Der perfekte Lebenslauf für Software-Entwickler

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Der perfekte Lebenslauf für Software-Entwickler

(Foto: Getty Images)

Progammierer haben einen seltenen Luxus. Wollen sie einen neuen Job, müssen sie nur zaghaft die Hand heben und schon quillt die Mailbox über. So verzweifelt suchen Arbeitgeber und Headhunter nach ihnen. Doch wer einen Traumjob will, braucht einen aussagekräftigen Lebenslauf. Denn trotz des akuten Entwicklermangels erhalten attraktive Arbeitgeber für spannende Stellen zahllose Bewerbungen. „Allerdings handelt es sich oft nicht um die richtigen Lebensläufe“, berichtet Headhunterin Dominique Tadayeski von Robert Walters in Frankfurt. Damit die Bewerber nicht am falschen Ort landen und sich mit Cobol herumschlagen müssen, lohnt sich also die Mühe, etwas Zeit und Intelligenz in seinen Lebenslauf zu investieren. Konkret:

Wie listen Programmierer ihre IT-Kenntnisse auf?

„Den einen perfekten Lebenslauf für Programmierer gibt es nicht“, meint Headhunter Hans Mantell von FRED Executive Search in Frankfurt. „In der Entwicklung gibt es viele Autodidakten, die zum Teil über keine Ausbildung und kein abgeschlossenes Studium verfügen, aber trotzdem ihren Job beherrschen.“ Umso wichtiger sei es, seine Kenntnisse mit den verschiedenen Programmiersprachen, deren Tools und Libraries sowie sonstige Kenntnisse detailliert aufzulisten. „Entwickler geben meist gerne jedes Tool und jede Bibliothek an, mit dem sie schon einmal gearbeitet haben“, klagt Mantell. Da würde rasch der Überblick über die tatsächlichen Kernkompetenzen verloren gehen. „Damit begeistert man niemanden und eigentlich passende Kandidaten fallen hinten herunter“, warnt Mantell.

Stattdessen empfiehlt der Personalberater die Kerntechnologien pointiert herauszuarbeiten und genau zu erläutern, mit welchen Methoden, Entwicklungsumgebungen oder Tools man welches Problem gelöst habe. Überdies sollten die Bewerber kurz das Setup und die Aufgabenverteilung erläutern. Wurde eher agil oder klassisch gearbeitet? Wie sah der Test/Release/Deployment-Zyklus aus? Wie waren die Teams aufgebaut? Weiter rät er kurz die Schnittstellen zu den übrigen Abteilungen zu nennen, da kommunikative und methodische Kompetenz das Profil aufwerte. „Ich möchte gerne genau verstehen, welche Rolle jemand in seinem Team gespielt hat“, erläutert Mantell.

Tadayeski sieht das ganz ähnlich. „Ich möchte wissen, worin das Projekt bestand, welche Phasen es hatte, was der Kandidat dort gemacht hat, handelte sich um reine Entwicklung oder eher um eine beratende Tätigkeit und wurde im Team oder allein gearbeitet“, fragt die Headhunterin.

Wie wichtig ist die persönliche Note?

Neben der Darstellung der technischen Kompetenzen will Tadayeski etwas über die Persönlichkeit des Kandidaten erfahren. „Mir ist wichtig, dass die persönliche Note herüberkommt. Was treibt einen Kandidaten an, wo will er hin?“, sagt die Personalberaterin. Dies gelte sowohl für das Arbeitsleben als auch für Hobbies und Interessen. Schließlich müsse ein Kandidat gut in das fragliche Team passen. „Es muss fachlich und persönlich passen“, unterstreicht Tadayeski.

Wie sollte der Lebenslauf aussehen?

Beim Aufbau des Lebenslaufs bevorzugt Mantell „einen kompakten 2-Pager“ – idealerweise ergänzt durch einen sinnvoll strukturierten Anhang, der mehr in die Tiefe geht. „Eine ausgefeilte kreative Gestaltung macht nur bei Experten Sinn, die einen Design-Schwerpunkt z.B. in UX (User Experience) und UI (User Interface) haben“, meint Mantell.

Tadayeski bevorzugt dagegen einen einseitigen Lebenslauf. Dabei sollten die jüngsten Stationen detailliert ausgearbeitet und die älteren nur kurz stichwortartig erwähnt werden. „Meist sind die aktuelleren Stationen im Lebenslauf bedeutender“, kommentiert Tadayeski. Sie empfiehlt eine kreative Gestaltung, um den Lesern die Lektüre zu erleichtern und aus der Masse der Bewerbungen hervorzustechen. „Man kann z.B. mit einer Farbskala dokumentieren, wie gut man eine Technologie beherrscht“, ergänzt die Headhunterin. „Trauen Sie sich etwas kreativ zu sein.“

 

 

 

 

 

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