Credit Suisse schafft Stellen im Investment Banking und streicht in der Schweiz

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Credit Suisse Bank Branch

Der Kostenabbau liegt im Plan. Im laufenden Jahr hat die Credit Suisse bereits 1 Mrd. an Franken abgebaut. Bis zum Jahresende will Konzernchef Tidjane Thiam die jährlichen Kosten auf 18,5 Mrd. Franken begrenzen. Kurz: Die Bank darf im vierten Quartal nur noch 5,1 Mrd. Franken ausgeben. Angesichts der Vorjahreskosten von 4,9 Mrd. Franken handelt es sich um ein machbares Ziel. 2018 sollen dann die Kosten weiter auf 17 Mrd. Franken sinken.

Thiam hat diesen Erfolg mit einem Abbau von rund 4000 Stellen binnen Jahresfrist erreicht. Allerdings fällt die Verteilung reichlich ungewöhnlich aus. So sank die Zahl der Mitarbeiter konzernweit um keine 1000 auf 46.720 Beschäftigte, wovon 840 allein auf die Suisse Universal Bank entfallen. In den beiden Investment Banking-Sparten, die hauptsächlich in New York und London angesiedelt sind, legte die Beschäftigung sogar zu. In Global Markets schuf die Credit Suisse 80 Stellen und in Investment Banking & Capital Markets sogar 350.

Der Kahlschlag beim Personal fand indes weniger bei den Mitarbeitern statt als bei Consultants & Contractors. Ihre Zahl fiel um 3050 auf 22010 Personen. Rund ein Drittel der Gesamtzahl entfällt also allein auf Consultants und Contractors. Ob Thiam den Rotstift auch weiterhin von den eigentlichen Mitarbeitern abhalten kann, bleibt angesichts der ehrgeizigen Sparziele zweifelhaft.

Vergütungen geraten unter Druck

Auch wenn die festangestellten Mitarbeiter bislang beim Personalabbau vergleichsweise ungeschoren davongekommen sind, zeigt die Bezahlung auch bei ihnen gen Süden. Konzernweit verminderte sich der Personalaufwand pro Kopf um gut 1 Prozent auf knapp 164.000 Franken. In den einzelnen Sparten sieht es indes recht unterschiedlich aus. Während die Vergütungen in der Suisse Universal Bank um gut 2 Prozent auf knapp 110.000 Franken und im International Wealth Management sogar um 9 Prozent auf knapp 164.000 Franken kletterten, ging es in Global Markets um über 10 Prozent auf gut 160.000 Franken abwärts und im Investment Banking um 7 Prozent auf knapp 290.000 Franken.

Schwächelndes Geschäft im Investment Banking und der Schweiz

Die Geschäftszahlen fallen unterdessen bei der Credit Suisse durchwachsen aus. Der Vorsteuergewinn sprang im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 80 Prozent auf 400 Mio. Franken in die Höhe. Dagegen sanken die Erträge um 4 Prozent auf unter 5 Mrd. Franken. Der Erfolg beim Gewinn geht also hauptsächlich auf den beherzten Schnitt bei den Kosten zurück.

Bescheiden lief das Geschäft in Global Markets. Hier sank der Vorsteuergewinn um ein Drittel auf rund 100 Mio. Franken und die Erträge um 6 Prozent auf 1,3 Mrd. Franken. Während der Aktienhandel um 5 Prozent auf 421 Mo. Franken wuchs, purzelten die Erträge im Anleihegeschäft um 8 Prozent auf 947 Mio. Franken. Allerdings hatte die Credit Suisse wie die Konkurrenz auch mit niedriger Volatilität und der Kundenzurückhaltung zu kämpfen. Auch im Investment Banking & Capital Markets lagen Vorsteuergewinn und Erträge mit 54 und 474 Mio. Franken leicht unter Vorjahresniveau.

Schwäche zeigt die Credit Suisse auch in ihrem Heimatmarkt. In der Suisse Universal Bank ging der Vorsteuergewinn sogar um 15 Prozent auf 426 Mio. und die Erträge um 21 Prozent auf 1,3 Mrd. Franken zurück. Laut Finanzchef David Mathers habe das Vorjahresquartal allerdings von einem Sondereffekt durch eine großen Immobilienverkauf in Zürich profitiert.

Bei Brexit lässt die Credit Suisse die Katze noch nicht aus dem Sack

Mathers wollte sich beim Brexit nicht in die Karten blicken lassen. Die Bank verfüge derzeit bereits über einen Wealth Management-Hub in Luxemburg, eine Vollbankenlizenz in Deutschland, eine Broker-Dealer-Lizenz in Spanien und eine Niederlassung in Dublin. Die Bank werde sicherstellen, dass die Infrastruktur bereitstehe, um die kontinentaleuropäischen Kunden auch weiterhin zu betreuen. Wo die Stellen hinverlegt werden, ließ er offen.

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