Deutsche Bank: Investment Banking bricht auf breiter Front ein, aber es gibt Boni

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Mit einem Reingewinn von 649 Mio. Euro im dritten Quartal konnte die Deutsche Bank die Analystenerwartungen deutlich übertreffen und auch der Umbau komme voran, jubelt Konzernchef John Cryan. Doch ein genauerer Blick in die Zahlen offenbart traurige Ergebnisse. So purzelten die Erträge weiter um jeweils zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 6,8 Mrd. Euro im dritten Quartal und auf 20,7 Mrd. in den ersten neun Monaten. Der Profit geht also lediglich auf die niedrigeren Kosten zurück, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro sanken.

4300 Stellen abgebaut, Rückstellungen für Boni gebildet

Die tiefsten Einschnitte verzeichnete das Personal. 4300 Stellen wurden in den zurückliegenden zwölf Monaten abgebaut, wovon 450 auf das Corporate und Investment Banking, gut 1400 auf die Infrastruktur und gut 2300 auf das Filialgeschäft entfielen. Dagegen sank der Personalaufwand um gerade einmal 2 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro. Die Bank hat also tatsächlich, wie von Cryan beteuert, Rückstellungen für Boni gebildet. Die Mitarbeiter sollten sich allerdings nicht zu sehr freuen, denn angesichts der niedrigeren Personalkosten dürften die Boni für 2017 nur bescheiden ausfallen.

Investment Banking-Erträge stürzen auf breiter Front ab

Von den branchenweit schwachen Ergebnissen im Investment Banking blieb auch die Deutsche Bank nicht verschont. Die Erträge in Origination und Advisory gingen im dritten Quartal um fast ein Viertel auf 475 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Im Fixed Income Sales & Trading musste die Bank ein Minus von 36 Prozent auf 988 Mio. Euro und im Equity Sales & Trading um 16 Prozent auf 525 Mio. Euro verkraften. Auch das erfolgsverwöhnte Global Transaction Banking schwächelte. Hier purzelten die Erträge um 14 Prozent auf 974 Mio. Euro. Lediglich im Bereich Cash Equities gab es einen Lichtblick aufgrund besserer Ergebnisse in den Vereinigten Staaten. Unter dem Strich verdiente die Bank in ihrer Corporate & Investment Bank in den ersten neun Monaten nur noch 1,6 Mrd. Euro, ein Einbruch um ein Viertel.

Lichtblick im Asset Management und Filialgeschäft

Besser lief es in den übrigen Sparten. Im Asset Management sank zwar der Vorsteuergewinn im dritten Quartal um 9 Prozent auf 195 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresquartal, auf ganze Jahr gesehen legte die Sparte allerdings um 11 Prozent auf 610 Mio. Euro zu. Dennoch hält Cryan an seinen Plänen fest, das Asset Management an die Börse zu bringen.

Das Filialgeschäft konnte im dritten Quartal sogar um 78 Prozent auf 332 Mio. Euro zulegen. In den ersten neun Monaten ging es immerhin um 41 Prozent auf gut 1 Mrd. Euro bergauf. Allerdings lagen die Erträge mit knapp 7,9 Mio. Euro nur auf dem Vorjahresniveau. Der Erfolg geht also maßgeblich auf den Personalaufbau zurück.

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