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Streit um variable Vergütungen: HRE im Dilemma

Der überraschende Rücktritt von HRE-Chef Axel Wieandt nur einen Tag vor der Bekanntgabe des Konzernergebnisses für 2009 ließ schlimmes befürchten. So ist es dann auch gekommen: Die HRE musste im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals einen Verlust von rund 2,2 Mrd. Euro verkraften, wie die neue HRE-Chefin Manuela Better heute mitteilte. Im Vorjahr hatte sich der Verlust des verstaatlichten Immobilien- und Staatsfinanzierers noch auf 5,4 Mrd. Euro belaufen.

Der Streitpunkt zwischen dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Wieandt und dem Bund als Eigentümer scheint sich an den Vergütungen entzündet zu haben. So befindet sich die HRE in einem Dilemma:

Viele ungeplante Abgänge

Der Aufsichtsratschef Bernd Thiemann musste einräumen, dass es ein Vielzahl von ungeplanten Abgängen aus der zweiten Reihe aufgrund der bescheidenen Vergütung gegeben habe. “Das müssen wir stark im Auge behalten”, sagte Thiemann. Dabei sei das Unternehmen bei der geplanten Auslagerung toxischer Wertpapiere in Höhe von 210 Mrd. Euro in eine Bad Bank dringend auf Spezialisten angewiesen. Und die Kosten Geld.

Bonustopf soll 25 Mio. Euro umfassen

Doch der staatliche Rettungsfonds SoFFin sieht eine Begrenzung der Vorstandsbezüge auf 500.000 Euro vor und fordert ein strenges Regiment bei den variablen Vergütungen. Laut Thiemann habe der Aufsichtsrat einen Vorschlag abgesegnet, der variable Vergütungen von 25 Mio. für 2009 Euro vorsieht. Über dieses Programm müsse aber noch der SoFFin bzw. der staatliche Eigentümer entscheiden.

Der Personalabfluss geht unterdessen rasch voran: Im abgelaufenen Geschäftsjahr verringerte sich die Mitarbeiterzahl der HRE um 22 Prozent auf rund 1400. Die Mitarbeiterfluktuation bezifferte die Bank auf 13,5 Prozent.

Laut der neuen HRE-Chefin Better wird auch 2010 ein schwieriges Jahr für die Bank werden. Die größte Herausforderung bestehe in der Ausgliederung eines Portfolios von 210 Mrd. Euro in eine Bad Bank. Hierfür werden Kosten von 90 Mio. Euro veranschlagt. In 2011 wolle die HRE wieder am Markt aktiv werden und für 2012 sollte das Unternehmen wieder ohne staatlichen Hilfen auskommen. Dies sei die Voraussetzung für einen Ausstieg des Staates bei der krisengeschüttelten Bank.

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