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Sind fette Boni wirklich passé?

“Fette Boni sind passé”, heißt es in einer Schlagzeile von Spiegel Online zu den Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Gemeint sind aber nicht die vielen tausend Mitarbeiter bei Banken, die einen Teil oder ein Mehrfaches ihres Gehalts in Form der jährlichen Gewinnbeteiligung erhalten.

Nein, Schlagzeilen machen dieser Tage die Ackermanns, Rohners und Kurers dieser Welt. Sie alle wollen – mehr oder weniger freiwillig – auf ihre Gewinnbeteiligung verzichten. Mal “zugunsten verdienter Mitarbeiter, die das Geld nötiger haben” (Ackermann), oder schlicht und einfach wegen der schechten Performance (UBS-Chefkontrolleur Peter Kurer: “Schliesslich haben wir dieses Jahr einen Verlust gemacht.”)

Doch gehören hohe Gewinnbeteiligungen wirklich der Vergangenheit an? In Amerika offenbar nicht. Eine Recherche der britischen Tageszeitung Guardian brachte jedenfalls Unerhörtes zutage. Bei Morgan Stanley sei der Bonuspool von mehr als zehn Mrd. Dollar zeitweilig mehr wert gewesen als die Aktie der Investmentbank.

Dessen ungeachtet rätseln Investmentbanker in Deutschland, ob und wieviel sie in diesem Jahr als Gewinnbeteiligung bekommen werden.

Mehrere von eFinancialCareers.de befragte Headhunter in Frankfurt rechnen – oh Wunder – mit drastischen Einbußen. Einig sind sich die Experten, dass das gesamte Volumen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen wird. Es kann aber durchaus noch weniger werden.

Das hängt vor allem davon ab, ob sich die Finanzmärkte im vierten Quartal – dank der Staatsknete, die die Regierungen rund um den Globus spendiert haben – erholen, oder nicht!

Man darf trotzdem gespannt sein, wie sich die Sache für die Großbanken entwickelt. Sollte die Commerzbank – wie von Vorstandschef Martin Blessing angedeutet – auch noch die Steuerzahler zur Kasse bitten, dann wären Boni – egal für wen – politisch nur noch schwer durchsetzbar.

Andererseits könnte dann der eine oder andere Commerzbänker dann die Konsequenzen ziehen, und zu einer anderen Bank wechseln – so er oder sie denn eine findet, die gerade Personal sucht.

Was meinen Sie? Wird es in diesem Jahr für die meisten Banker einen – wenn auch kleineren Bonus geben? Oder müssen sie sich darauf einstellen, in diesem Jahr bloß mit einem feuchtwarmen Handschlag für ihre Leistung belohnt zu werden?

Kommentare (3)

Comments
  1. Es wäre nur gerecht, wenn Banker keine Gewinnbeteiligung bekommen, wenn die Bank Verluste macht. Dabei wäre es auch egal, ob der Bereich in dem sie arbeiten zufällig gerade profitabel ist.

  2. Ich kann das Argument nicht mehr hören, dass Banken gute Leute verlieren, wenn sie den “Performern” auch in Verlustzeiten keinen Bonus geben. Das zeigt eigentlich nur, wie weit sich die Branche inzwischen vom Rest der Gesellschaft “emanzipiert” hat. Es ist Zeit, dass mit diesem Unsinn Schluss gemacht wird.

  3. Erst wenn Bank-Vorstände Gehaltskürzungen in schlechten Zeiten hinnehmen müssen, sitzen Aktionäre, Arbeitnehmer und leitende Angestellte – nichts anderes ist auch ein Herr Ackermann – wieder in einem Boot. Sie schwimmen gemeinsam oder gehen gemeinsam unter! So sollte es im Kapitalismus eigentlich sein.

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