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Sal. Oppenheim baut 40 bis 60 Stellen in Frankfurt ab

Die Finanzkrise macht nicht mehr vor den Bastionen der Privatbanken halt: Das Bankhaus Sal. Oppenheim will sich in Frankfurt von zehn bis 15 Prozent seiner rund 400 Mitarbeiter in der Investmentbank-Sparte trennen. Ein Sprecher bestätigte, dass es darüber eine freiwillige Betriebsvereinbarung gibt. Der Standort Köln, wo 1.200 Mitarbeiter für Sal. Oppenheim arbeiten, ist dem Vernehmen nach nicht betroffen.

Die Frankfurter Dependance des traditionellen Bankhauses muss wegen der Finanzkrise bluten, weil dort das Investmentbanking angesiedelt ist. Der Stellenabbau steht im Zusammenhang mit geplanten Einsparungen von 100 Mio. Euro. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

Statt dessen Sal. Oppenheim strebe individuelle Aufhebungsverträge mit den Investmentbankern an, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. Sollten Verträge aufgehoben werden, so gäbe es auch einen Sozialplan. Die Rechtsgrundlagen dafür seien in der Betriebsvereinbarung geschaffen worden. Insgesamt arbeiten rund 4.000 Menschen bei Oppenheim.

Schon im ersten Halbjahr 2008 zeichnete sich ab, dass die Geschäfte nicht mehr so erfolgreich wie gewohnt laufen. Der Gewinn brach kräftig um fast 73 Prozent auf 53 Mio. Euro ein. Die Gesellschafter zeichneten jüngst eine Kapitalererhöhung von 100 bis 200 Mio. Euro. Das Jahresergebnis für das Gesamtjahr 2008 ist zwar noch nicht bekannt, aber die Aussichten für dieses Jahr sind trüb: Es werden Einbrüche um ein Drittel an den Kapitalmärkten erwartet, so ein Oppenheim-Sprecher.

Dass die Bank sich jetzt – anders als in der Krise 2002 und 2003 – anfällig für die Verwerfungen des Finanzmarkts zeigt, hängt nur zum Teil mit der Schärfe der Finanzkrise zusammen. Unter der Führung von Matthias Graf von Krockow hat sich die größte unabhängige Privatbankengruppe Europas seit einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben, durch internationale Expansion immer dynamischer wachsen zu wollen.

War der Name Sal. Oppenheim einst eng verbunden mit dem Standort Köln, ist der Sitz der Holding heute im Großherzogtum Luxemburg. Der Finanzplatz Luxemburg erleichtere die Wachstumspläne, wie von Krockow nicht müde wird zu betonen. Die Bankiersfamilie sei schon immer weit über deutsche Grenzen hinaus aktiv gewesen. Für internationale Expansion ist der Zeitpunkt zur Zeit indessen denkbar schlecht.

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