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GASTBEITRAG: Klischee oder Wirklichkeit? Welches Bild Hollywood von der Wall Street zeichnet

Christian Bale im Klassiker "American Psycho"

Christian Bale im Klassiker "American Psycho"

Vielleicht lieben Sie auch Filme wie ich. Für mich gibt es kaum etwas Größeres, als mir einen tollen Film anzuschauen – vor allem wenn er von der Wall Street handelt. Mich fasziniert unendlich, welches Bild Hollywood von unserer Arbeit zeichnet. Denn irgendwie gehören Wall Street und Hollywood zueinander wie Milch und Schokolade.

Wenn ich einen Kino- oder Fernsehfilm über die Wall Street schaue, dann achte ich besonders darauf, was die Produzenten richtig oder falsch dargestellt haben. Wer in der Business-Welt hat sich nicht schon gefragt, ob Oliver Stones Meisterwerk „Wall Street“ von 1987 ein korrektes Bild der Firmenjäger und von feindlichen Übernahmen zeichnet?

Ebenso hat sich jeder schon einmal gefragt, wie jemand auf die Geschichte vom Eddie Murphy-Klassiker „Die Glücksritter“ gekommen ist und ob der Film irgendeinen Realitätsbezug zum Rohstoffhandel der 80er Jahre besitzt.

Auch ich habe mir diese Frage gestellt – vor allem ob das Bild, welches der Film „Wall Street“ zeichnet, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wir haben unsere Nutzer gefragt, welchen der Wall Street-Filme sie für besonders realistisch halten:

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Source: TABB Group

Anschließend haben wir mit Angestellten von der „Wall Street“ gesprochen, deren Berufsbilder in den einschlägigen Filmen wiedergegeben werden. Die Ergebnisse fielen überraschend aus und sprechen dafür, eher noch mehr Filme über das US-Finanzzentrum zu drehen. Wir fanden heraus, dass es sich bei „Die Glücksritter“, „Wall Street“ (das Original), „Risiko – der schnellste Weg zu Reichtum“ und „Der große Crash – Margin Call“ nicht nur um großartige Filme handelt, sondern dass sie durchaus die Realität widerspiegeln.

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Michael Douglas in Oliver Stone’s Wall Street

Sicherlich handelt es sich bei „Die Glücksritter“ zunächst nur um eine Komödie. Doch laut Michael Reggy, der in den 80er Jahren tatsächlich mit gefriergetrocknetem Organgensaft handelte, entsprechen die Trading-Szenen sehr wohl der Realität. Dies gelte sogar für die Szene, in der die Duke-Brothers, die Bösewichte, die den Markt manipulieren wollen, ihrem zusammengebrochen Trader das Orderbuch aus der Hand reißen. Laut Reddy soll dies häufiger vorgekommen sein, als viele denken. Wenn ein Trader zusammenbrach, dann hat ihm tatsächlich jemand sein Orderbuch entrissen und für seine Zwecke genutzt. Wer kann das ahnen?

Auch wollten wir wissen, ob „Die Waffen der Frauen“ den Sexismus überzeichnet, der Mitte der 80er Jahre an der Wall Street herrschte. Wir haben also eine ehemalige Sekretärin von Staten Island ausfindig gemacht, die ebenso an der Wall Street gearbeitet hat wie Melanie Griffith in dem Film. Laut Maureen Bender, die früher als Sekretärin und Junior-Trader gearbeitet hat, fängt der Film nicht nur ein, wie es jungen Frauen an der Wall Street erging, sondern er zeigt ein realistisches Bild von dem Leben, das Bender damals führte. Nicht nur hat Bender wie Melanie Griffith in dem Film eine Abendschule besucht, um ihre Karriere anzukurbeln, sondern sie hatte auch einen Freund, der sie regelmäßig betrog, während sie bis spät an der Wall Street arbeitete.

Obgleich also nicht jeder Film ein faires Bild von der Wall Street zeichnet, schaffen es doch einige Regisseure, der Realität nahezukommen, was besonders für Adam McKays Film „The Big Short“ von 2015 gilt, der anders als die meisten Filme sich nicht mit den Betrügereien, Lügen und dem unerhörtem Lebensstil der Reichen begnügt, was viele ohnehin mit der Wall Street verbinden. Vielmehr erzählt McKay die Geschichte einer einmaligen Chance, die sein Hauptdarsteller nutzen will, obwohl er eigentlich ein gewöhnliches unspektakuläres Leben an der Wall Street führt.

Inzwischen arbeitet Hollywood bereits an einer weiteren Serie zur Wall Street. „Wizzard of Lies“ (Der Zauberer der Lügen) mit Robert de Niro, Michelle Pfeiffer und Alessandro Nivola soll demnächst auf dem Bezahlsender HBO beginnen. Laut Nivola orientiert sich der Streifen an der Realität. Er betont, dass sich die Produzenten das 65 Mrd. Dollar große Schneeballsystem von Bernie Madoff ganz genau angeschaut hätten.

Doch was lernen wir daraus? Erstens, dass alle Angestellten im New Yorker Finanzdistrikt den Film „Wall Street – Geld schläft nicht“, die Fortsetzung des Klassikers „Wall Street“, hassen.

Zweitens, dass das Ergebnis wie so oft davon abhängt, mit wem Sie darüber sprechen und um welche konkrete Rolle es geht. Gelegentlich trifft auch Hollywood den Nagel auf den Kopf. Manchmal jedoch liegt die Traumfabrik gründlich daneben wie etwa in „Wall Street – Geld schläft nicht“. So etwas sollten Sie sich nicht anschauen – dafür werden Sie mir dankbar sein.

Alexander Tabb ist der Schöpfer des Wall & Broadcast-Podcast TABB Group.

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