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Bei der UBS überzeugen nur die Private Banker: Kosten laufen aus dem Ruder

Obgleich die UBS mit einem Reingewinn von 1,66 Mrd. Franken im dritten Quartal die Analystenprognosen von durchschnittlich 1,1 bis 1,2 Mrd. Franken deutlich übertreffen konnte, ging es mit dem Aktienkurs nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen kräftig bergab. Denn in dem Gewinn ist eine aktivierte latente Steuer von 825 Mio. Franken enthalten. Abgesehen von diesem Sondereffekt lag der Vorsteuergewinn bei mageren 818 Mio. Franken.

Wie schon bei der Credit Suisse war für das bescheidene Ergebnis vor allem das schwächelnde Investmentbanking verantwortlich. Durch die geringen Kundenaktivitäten und die “Sommerflaute” an den Märkten verzeichnete die Schweizer Großbank in diesem Segment einen Vorsteuerverlust von 406 Mio. Franken.

Dagegen scheint die UBS im Private Banking nach der Beilegung des Streites mit den US-Steuerbehörden eine Kehrtwende geschafft zu haben. Erstmals seit 2007 verzeichnet der weltgrößte Vermögensverwalter wieder einen Nettoneugeldzufluss von 1,2 Mrd. Franken – nach einem Abfluss von 4,7 Mrd. Franken im Vorquartal.

So erwirtschaftete die UBS einen Vorsteuergewinn im Wealth Management außerhalb des amerikanischen Doppelkontinents von 492 Mio. Franken sowie 446 Mio. Franken im Bereich Retail & Corporate. Dagegen musste die UBS im amerikanischen Wealth Management einen Verlust von 47 Mio. Franken verkraften. Im Asset Management wurde ein Vorsteuergewinn von 114 Mio. Franken verdient.

Das schleppende Geschäft katapultierte die Kostenquote in die Höhe. So belief sich das Verhältnis von Geschäftsaufwand zu Ertrag auf 88,1 Prozent. Dieser Wert liegt zwar empfindlich über dem Vorquartal mit 71, 2 Prozent, aber immer noch unter dem Vorjahreszeitraum mit stolzen 106,1 Prozent. Dennoch kündigte die UBS an, auch weiterhin an der Kostenschraube drehen zu wollen, was keine gute Nachricht für die Mitarbeiter sein dürfte.

Dabei hatte die UBS den Personalbestand von Juli bis September noch einmal um rund 700 Stellen auf knapp 64.600 Mitarbeiter aufgestockt. Der Personalaufwand lag bei insgesamt 3,977 Mrd. Franken oder bei 61.570 Franken pro Kopf.

Am besten verdienten die rund 17.000 Mitarbeiter im Investmentbanking, wo ein Aufwand pro Kopf von etwa 87.850 Franken zu verkraften war. Darauf folgten die ca. 3460 Beschäftigten im Asset Management mit etwa 71.660 Franken. Für die gut 16.300 Beschäftigten im Wealth Management Americas waren es rund 63.200 Franken. Dagegen schnitten die etwa 27.600 Beschäftigten im Wealth Management & Swiss Banking mit nur 43.200 Franken vergleichsweise schlecht ab, da hierzu auch das Retailbanking der UBS zählt.

Entgegen der ernüchternden Zahlen regierte bei UBS-Chef Oswald Grübel das Prinzip Hoffnung: “Das dritte Quartal war insofern ungewöhnlich, als wir eine sehr geringe Kundenaktivität und gleichzeitig eine Aufwertung des Frankens gegenüber den meisten Hauptwährungen erlebten. Dies hatte Auswirkungen auf alle unsere Geschäfte. Wir sind jedoch optimistisch, dass alle unsere Unternehmensbereiche im vierten Quartal von einer Belebung profitieren werden. Für unsere Zukunft sind wir nach wie vor zuversichtlich – und auf Kurs, um unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen.”

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