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Commerzbank will Deutsche Bank im Wealth Management angreifen

Die teilverstaatlichte Commerzbank verdient trotz Krise Geld mit ihrer reichen Klientel. “Auch 2009 ist das Wealth Management der Commerzbank ein profitables Geschäft”, sagte Bereichsvorstand Thorsten Reitmeyer in einem Zeitungsinterview. Er räumte allerdings ein, dass die Rezession bei der Vermögensverwaltung Spuren hinterlassen hat. “Auch wir verkaufen in diesem Jahr weniger Produkte als ein Jahr zuvor.”

Konzernweit steckt die Commerzbank tief in den roten Zahlen. Der Staat hatte das Institut auffangen müssen, nachdem dieses sich mit der Übernahme der Dresdner Bank überhoben hatte. Die wohlhandende Kundschaft hatte Ende 2008 rund 45 Mrd. Euro bei der Commerzbank angelegt. “Ich gehe davon aus, dass wir Ende 2009 sogar mehr Vermögen verwalten”, sagte Reitmeyer. Und er will noch höher hinaus: “Wir wollen die Nummer eins im deutschen Wealth Management werden.”

Eine unverholene Kampfansage an die Deutsche Bank. Schließlich hat sich der Marktführer gerade erst in diesem Geschäft mit der Übernahme der traditionsreichen Privatbank Sal. Oppenheim gestärkt. “Das Beispiel zeigt schon jetzt, dass Tradition Kompetenz nicht ersetzen kann”, stichelte Reitmeyer gegen den Rivalen, der anders als die Commerzbank bislang ohne jegliche Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen ist und schon wieder Milliarden verdient.

Deutsche Bank und Sal. Oppenheim verwalten in Deutschland mit knapp 100 Mrd. Euro gut doppelt soviel Geld von Wohlhabenden wie die Commerzbank. Speziell das Traditionshaus Sal. Oppenheim genießt einen hervorragenden Ruf unter den Reichen. Dennoch sieht Reitmeyer die Vorteile auf seiner Seite: “Viele sagen, Pferderennen sind schön, ersetzen aber keine gute Beratung.

Analysten sind skeptisch, dass die Commerzbank tatsächlich zum Erzrivalen aufschließen kann. “Die Deutsche Bank wird sich nach dem Kauf von Sal. Oppenheim jetzt nicht zurücklehnen und dabei zusehen, wie die Commerzbank sie überholt”, sagte Konrad Becker von Merck Finck. Das Vorhaben von Reitmeyer sei sehr herausfordernd. Generell gesehen biete der Markt für Vermögensverwaltung jedoch ein großes Wachstumspotenzial.

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