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Hedge Fonds weiten die Talentsuche aus

Das Hauptgeschäft von Personalberatern wie Lutyens Da Cunha, Durham Capital und Schwab Enterprises liegt im Bereich Hedge Fonds. So genannte Gelegenheitsrecruiter, die ohne Vorauszahlungen arbeiten, entdecken ebenfalls das Feld für sich: 7 Fifty Two Solutions und HedgeHunt sind Spezialisten und Huxley Finance, ein großer Personalberater im Bankenwesen, hat zahlreiche Hedge Fonds in seiner Kundschaft.

“Wenn Hedge Fonds einstellen, benutzen sie gewöhnlich erst einmal ihr eigenes Netzwerk zu Rekrutierungszwecken. Aber auch wenn sie alle Hebel in Bewegung setzen, sind bestimmte Nischenkompetenzen nur schwer zu finden, unabhängig davon, wie weit ihr Netzwerk reicht”, meint Dean Looney, Chefberater bei Huxley in London.

US-Hedge-Fonds haben schon mehr Erfahrung mit Personalberatern. Glocap, ein New Yorker Personalberatungsunternehmen, hat seit dem Jahr 2002 bereits 650 Manager bei 250 Fonds untergebracht. Adam Zoia, Leiter des Bereichs Hedge Fonds, berichtet, dass selbst schwierige Märkte und ein schleppenderes Geschäft das Recuiting nicht negativ beeinflusst hätten: “Wir waren noch nie so beschäftigt wie derzeit. Die Neueinstellungen sind bislang noch überhaupt nicht zurückgegangen.”

In den letzten Wochen hat der Wechsel von erfolgreichen Bankern zu Hedge Fonds angehalten. So hat z.B. Rod Barker, Leiter der Abteilung Prime Brokerage bei der Credit Suisse First Boston, zur LSE-gelisteten RAB Capital gewechselt. Eine aktuelle Studie von Glocap zeigt, dass die Bonuszahlungen von Hedge-Fonds-Managern mit fünf bis neun Jahren Berufserfahrung zwischen den Jahren 2004 und 2005 um 35 Prozent auf 287.000 US-Dollar (241.000 Euro) gestiegen sind.

Die üppigen Gehaltspakete und die rasche Entscheidungsfindung der Hedge Fonds bedrohen die Banken. Personalberater glauben, dass die Banken durch die Formalisierung ihrer Recruitingprozesse ihre Entscheidungsfindung erschwert haben. Die große Bedeutung der HR-Abteilungen erhöht die Bürokratie innerhalb der Banken. Im Gegensatz dazu haben nur wenige Hedge Fonds Personalabteilungen. Daher können sie beinahe unverzüglich Entscheidungen treffen.

In der Folge müssen sich die Banken schärferem Wettbewerb stellen, meint Looney. “Ich habe es häufig erlebt, dass eine Bank an denselben Bewerbern wie ein Hedge Fonds interessiert war, aber der Hedge Fonds das Rennen gemacht hat. Es ist eine Milchmädchenrechnung: Der Hedge Fonds macht einem guten Kandidaten noch am selben Tag ein Angebot, die Bank hingegen braucht dafür zwei Wochen oder länger.”

Baker meint aber, dass die Banken dies inzwischen erkannt hätten und das Tempo anziehen würden.

Der Personalchef einer großen US-Bank berichtet, dass sie durchaus in der Lage seien, Jobangebote innerhalb eines Tages zu bearbeiten: “Manchmal führen wir in Europa ein Bewerbungsgespräch und müssen mit dem Senior-Management in den USA Rücksprache halten, bevor wir einen Kandidaten einstellen dürfen. Das kann ein paar Tage dauern – aber wir können durchaus schneller, wenn es notwendig wird.”

Die Bank habe dieses Jahr erst einen Kandidaten an einen Hedge Fonds verloren, sagt er.

Das kann aber genauso gut darauf zurückzuführen sein, dass Hedge Fonds und die Recruiter, die für sie arbeiten, eine zunehmende Bandbreite von Bankangestellten suchen.

Ein Londoner Recruitingspezialist für Hedge Fonds sagt, dass die Fonds die Personalberater engagierten, um operatives Personal ausfindig zu machen: “Im Allgemeinen rekrutieren die Fonds für Positionen im Fondsmanagement aus ihrem eigenen Netzwerk. Wir sind für die anderen Positionen in Marketing und Vertrieb, Produktspezialisten, Chief Risk Officers oder im Bereich Compliance zuständig.”

David Durham, Geschäftsführer bei Durham Consultants, meint, dass die Neueinstellungen auf Chief Operating Officers fokussiert seien. “Die Hedge Fonds brauchen Leute, die sich um die Abwicklung der alltäglichen Aufgaben im Unternehmen kümmern. Die eigentlichen Fondsmanager wissen noch nicht einmal, wie sie ihren eigenen Computer reparieren”, erzählt Durham.

Die Nachfrage nach Angestellten für den Back-office-Bereich schlägt sich im Gehalt nieder, um draufgängerische Bankmanager für Hedge Fonds zu gewinnen. Nach Ergebnissen der Glocap-Studie liegt das Gehalt eines COO bei einem Hedge Fonds bei rund 800.000 US-Dollar (662.000 Euro).

Erst im vergangenen Monat ist Joanne Pace als COO von der CSFB zum US-Hedge-Fonds FrontPoint Partners gewechselt. FrontPoint verwaltet ein Volumen von 5 Milliarden US-Dollar (4,13 Milliarden Euro). Bei der CSFB hat Pace die Personalbetreuung weltweit verantwortet.

Looney meint zudem, dass Hedge Fonds auch bereit seien, die EDV-Spezialisten der Banken mit großzügigen Gehaltsangeboten zu locken: “Nicht selten werben wir für die Hedge Fonds von den Banken IT-Spezialisten ab, denen ein 25 Prozent höheres Gehalt in Aussicht gestellt wird. Darüber hinaus können sie mit Bonuszahlungen rechnen, die eng an den Unternehmenserfolg geknüpft sind.”

Aber nicht alle Hedge Fonds sind bereit, das Geld für einen Personalberater auszugeben. Dermot Coleman, Partner beim Londoner Fonds Sisu Capital, meint, dass Personalberater zu teuer seien.

“Wir greifen nicht auf sie zurück. Auf der Kapitalmarktseite werden uns hervorragende Lebensläufe zugeschickt. Unsere Senior-Manager rekrutieren wir über unser Netzwerk und für die mittlere Führungsebene schalten wir selbst Anzeigen, wenn es denn nötig ist”, meint Coleman.

John Capaldi, Managing Director beim internationalen Hedge Fonds Financial Risk Management, sagt, dass sie ihre Recruitingkosten über Inhouse-Trainings für ihre Juniors reduzieren würden. “Es ist sehr aufwändig, aber das ist es wert. Normalerweise rekrutieren wir aus dem Markt heraus, aber das ist auch deutlich teurer”, meint er.

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