Investmentbank Rothschild sucht weiter Sanierungsexperten

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Auch die reinrassige Investmentbank Rothschild hat die Finanzkrise am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das auf Beratung spezialisierte Frankfurter Institut hat im Gegensatz zu anderen Häusern im vergangenen Jahr keine Stellen abgebaut, sondern aufgestockt. Die Zahl der M&A-Berater wuchs im vergangenen Jahr von 55 auf 60.

Rotschild will sein Beraterteam in Deutschland in diesem Jahr weiter aufstocken, vor allem bei bei der Beratung insolventer Unternehmen, sagte Aufsichtsratschef Klaus Mangold bei der Vorlage einzelner Kennzahlen für 2008. Erst vor kurzem war die Restrukturierungs-Expertin Heike Munro von der Deutschen Bank zu der Investmentbank gewechselt.

"Das Investmentbanking ändert sich durch die Krise radikal, mit unserem Geschäftsmodell profitieren wir davon", ergänzte Co-Vorstandschef Hans Lotter. Zwar ist das M&A-Beratungsgeschäft im vergangenen Jahr um etwa 50 Prozent zurückgegangen. Da die Bank aber keine Kredite vergibt und keinen Wertpapierhandel betreibt, blieb sie vom Zusammenbruch der Märkte weitgehend verschont.

Profitiert hat Rothschild von der zunehmenden Nachfrage von Kunden nach Fremdkapitalberatung. "Hiermit sind wir vor allem seit der zweiten Jahreshälfte voll ausgelastet", sagte Lotter.

Auch in den nächsten Monaten sieht das vor über 200 Jahren von einer Frankfurter Bankiersfamilie gegründete Institut bei der Schuldenberatung von Unternehmen starkes Wachstum. "Das wird in Zukunft eine wesentliche Umsatzquelle für uns sein", sagte Lotters Kollege an der Spitze des Deutschland-Geschäfts, Dirk Pahlke. Zudem werde das Geschäft mit Kapitalerhöhungen tendenziell wieder anziehen. Dieser Markt ist durch die Krise stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Rothschild-Banker erwarten vor allem von Firmen aus der Automobilzuliefer-Branche einen starke Nachfrage nach der Beratung bei Umschuldungen und Restrukturierungen. Fusionen und Übernahmen werde es voraussichtlich bei Energieversorgern und Netzbetreibern sowie in der Pharma- und Gesundheitsbranche wieder verstärkt geben, sagte Pahlke.

Dagegen könnten die vor der Finanzkrise häufig als Käufer aufgetretenen Finanzinvestoren keine größeren Transaktionen mehr machen, da es von Seiten der Banken an der Finanzierung der Deals fehle.

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