☰ Menu eFinancialCareers

Jetzt wird die WestLB doch filetiert: 3000 Mitarbeiter bangen um ihre berufliche Zukunft

Noch bei der Präsentation der Geschäftszahlen für 2010 im März hatte der WestLB-Vorstand gebetsmühlenartig den Verkauf der gesamten Landesbank favorisiert. Doch jetzt gibt selbst WestLB-Chef Dietrich Voigtländer den Verkauf auf.

“Die Eigentümer der WestLB und die FMSA haben klargestellt, dass Verbundbank und Verkauf von Teilbereichen im Fokus stehen und ein Verkauf der Bank als Ganzes in den Hintergrund getreten ist”, heißt es in einer Mitteilung der Bank.

3000 Mitarbeiter müssen sich Sorgen um ihren Job machen

Im Klartext bedeutet dies, dass die WestLB filetiert wird. Die sogenannte Verbundbank mit einer Bilanzsumme von voraussichtlich 45 Mrd. Euro und gut 1000 Mitarbeitern soll in den Besitz der Sparkassen übergeben. Dagegen ist die Zukunft für drei Viertel der Geschäftsfelder mit rund 150 Mrd. Euro Bilanzsumme und gut 3000 Mitarbeitern völlig offen.

Nach dem Abblasen des Gesamtverkaufs ist der Verkaufsbeauftragte Friedrich Merz nicht mehr mit von der Partie. Dagegen suchen der Vorstand und die Investmentbank Morgan Stanley nach Käufern für die überflüssigen Geschäftsbereiche.

Dabei zeigt sich die WestLB gewohnt optimistisch: “Gleichzeitig startet der Vorstand der WestLB mit den Vorbereitungen für den Verkauf von Teilbereichen. Aufsatzpunkt sind vielversprechende Anfragen für Teilbereiche, die während des bisher verfolgten Verkaufsprozesses eingegangen sind. Diese Gespräche werden gemeinsam mit der bislang beauftragten Investmentbank Morgan Stanley nahtlos fortgeführt.”

Großes Ungemach droht indes den Geschäftsbereichen, die sich als unverkäuflich erweisen sollten. Denn diese werden voraussichtlich in die Bad Bank der WestLB eingebracht, was auf das Einstellen der Geschäftstätigkeit und einen kompletten Kahlschlag bei den Mitarbeitern hinauslaufen dürfte.

EU-Kommission will die WestLB endlich abhaken

Da die EU-Kommission den Fall WestLB bis zur Sommerpause vom Tisch haben will, drängt die Zeit. Mit der Entscheidung, was alles zur Verbundbank zählt, dürfte für viele Mitarbeiter auch die Entscheidung für ihre berufliche Zukunft fallen.

“Zwischenzeitlich hat die EU-Kommission ihre Präferenz für eine Verbundbank geäußert. Deshalb müssen zunächst der genaue Zuschnitt der Verbundbank und der Umsetzungsweg konkretisiert werden”, heißt es hierzu von der WestLB.

Daneben scheint nach Informationen des Handelsblatts bei den neuen Eigentümern bereits ein Streit ausgebrochen zu sein, was mit der sogenannten Verbundbank anschließend geschehen soll. So sehen der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hierin nur einen ersten Schritt zur Konsolidierung des Landesbankensektors. In die Verbundbank könnten später auch andere Institute eingebracht werden, womit die WestLB-Verbundbank nur der Kern eines größeren Instituts wäre. Dagegen wollen die Rheinländischen Sparkassen an “ihrem” geschrumpften Institut festhalten.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier