☰ Menu eFinancialCareers

UBS zurück in schwarzen Zahlen: Weniger Mitarbeiter erhalten mehr Boni

Überraschend deutlich konnte die UBS im vierten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Schweizer Großbank strich in den letzten drei Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 1,2 Mrd. Schweizer Franken ein, wie aus dem heute in Zürich vorgestellten Geschäftsbericht hervorgeht. Das Unternehmen hatte anders als viele Mitbewerber noch im dritten Quartal einen Verlust von 593 Mio. Franken eingefahren.

Über 12.500 Mitarbeiter mussten gehen

Damit reduzierte sich der Gesamtverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,7 Mrd. Franken, obgleich Analysten im Vorfeld noch mit 3 bis 3,5 Mrd. gerechnet hatten. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2008 musste die UBS noch einen Verlust von 21,3 Mrd. Franken verkraften.

“Mit der Rückkehr in die Gewinnzone haben wir im vierten Quartal einen Wendepunkt erreicht. Nach substanziellen Veränderungen haben wir 2010 mit erneuerter Energie begonnen und werden uns auf die Umsetzung unserer Strategie konzentrieren, um unsere Ertragskraft weiter zu steigern”, sagte UBS-Chef Oswald Grübel.

Einen erheblichen Beitrag an der Gesundung des Unternehmens mussten die Beschäfttigen tragen. So verringerte sich die Mitarbeiterzahl binnen Jahresfrist um über 16 Prozent auf 65.233 Beschäftigte.

Boni und Personalaufwand pro Kopf legen kräftig zu

Dennoch erhöhte sich der Personalaufwand leicht von 15,8 auf 16 Mrd. Franken. Dabei haben sich aber die fixen und variablen Vergütungen empfindlich verschoben. So stiegen die Boni laut Unternehmensangaben um 76 Prozent auf 3 Mrd. Franken. Dagegen sanken die Festgehälter um knapp 8 Prozent auf 13 Mrd. Franken.

Der einzelne Mitarbeiter hat indes mehr in der Tasche: Der durschnittliche jährliche Personalaufwand pro Kopf legte immerhin um gut 20 Prozent auf 245.000 Franken zu.

Exodus der Kundengelder geht weiter

Mehr Sorge bereitet der anhaltende Abfluss der Kundengelder in der sehr wichtigen Sparte “Wealth Management und Swiss Banking”. Dort betrug der Nettoabfluss in 2009 90 Mrd. Franken, nach 107 im Vorjahr.

Mithin scheint das Vertrauen der Kunden in die Bank auf weiterhin angeschlagen zu sein. Selbst die Schweizer Kunden zogen aus der UBS netto rund 20 Mrd. Franken ab. Dagegen konnte die Bank ihre Kernkapitalquote auf 15,4 Prozent steigern, womit schärfere Auflagen der Regulierungsbehörden vorweggenommen wurden.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier