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Durfte der Staat für die Immobilienbank Hypo Real Estate bürgen?

Wer bislang geglaubt hat, Deutschland käme in der der Finanzkrise mit einem blauen Auge davon, sieht sich getäuscht. In einer dramatischen Nacht- und Nebenaktion hat die Bundesregierung eine Bürgschaft für die von der Kreditklemme betroffene Immobilienbank Hypo Real Estate übernommen.

26 600 000 000 EUR müssen die Steuerzahler zahlen, sollte das Münchener DAX-Institut im Zuge der Finanzkrise “über die Wupper gehen” – und die Vermögenswerte – was freilich unrealistisch ist – wertlos würden.

Während die Wirtschaftspresse das Krisenmanagement von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück lobt, fragt die Bild-Zeitung rhetorisch, warum die Politik kein Geld für alleinerziehende Mütter, arme Rentner und Studenten locker macht.

Was meinen Sie?

Ist es richtig, dass der Steuerzahler für die Probleme bei Hypo Real Estate haften sollen? Schließlich lässt sich nur so ein Domino-Effekt verhindern, der die ganze Bankenlandschaft in Deutschland in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Oder sendet die Politik damit nicht ein fatales Signal an andere Banker: Der Steuerzahler haut Euch raus, wenn Euer Institut nur groß genug ist – egal was es kostet.

Kommentare (3)

Comments
  1. Keine Ahnung, ob ohne Bürgschaft die Lichter bei Hypo Real Estate und der einen oder anderen Bank ausgegangen wären.
    Was mich aber viel mehr stört, ist die Kommunikationspolitik. Steinbrück sagt hü – die Bank wird wohl ihre Tochtergesellschaften verkaufen müssen, BaFin-Chef Sanio sagt abe hott – nur im Falle einer Insolvenz. Das kann ja wohl alles nicht wahr sein.

  2. Die Rettung der Hypo Real Estate war die einzige Möglichkeit die zur Rede stand. Eine komplette Pleite der Hypo Real Estate hätte den Finanzmarkt wahrscheinlich total aus der Bahn geworfen.

    Für Investoren wäre das ein absolutes Versagen des Staates gewesen und hätte dafür gesorgt das noch mehr Vertrauen dem Finanzmarkt entzogen worden wäre. Eine solche Folge hätte für die Realwirtschaft in den nächsten Jahren die Stagnation nur noch mehr angetrieben und dann wäre eine Rezession auch nicht mehr auszuschließen gewesen.

    Eine schnelle Handlung hingegen dank des Staates hat dem Finanzmarkt die Gewissenhaft gegeben, das schnelle Handlungen in einer solchen Krise möglich sind. Als Steuerzahler ist es natürlich so das wir dafür aufkommen müssen, auch wenn mich das nicht wirklich begeistert. Aber lieber zahle ich mehr Steuern und somit haben wir ein weiterhin stabiles Wirtschaftswachstum…

    Nichts desto trotz bleibt zu hoffen, das aus Fehlern gelernt wird und solche Kredite nie nie wieder ausgegeben werden, geschweige denn als Anleihen weitervertrieben werden.

  3. Festzuhalten ist doch, daß die Ursache der HRE Schwierigkeiten von der Depfa, und deren Töchter herrühren, die sich auf dem amerikanischen Markt engagiert hatten. Der Geschäftsmodell basiert auf liquiden Märkten mit einem deutlichen Geldüberhang (Grüße von Greenspan) Der HRE Vorstand hat sich von den Vorständen der Depfa über den Tisch ziehen lassen. Dadurch sind die Probleme nach Deutschland importiert worden. Die HRE hat keine Spar oder Sichteinlagen und refinanziert sich im Bankenmarkt, also bei Profis, deswegen kann man solche Banken pleite gehen lassen.

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