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Von Basel III bis Kapitalerhöhung: Fünf Gründe weshalb die Mitarbeiter der Deutschen Bank die Gürtel enger schnallen müssen

Derzeit vergeht kein Tag ohne neue Horrornachrichten für die Deutschen Bank. Erst wurde vom Kabinett eine Bankenabgabe auf die Bilanzsumme beschlossen, anschließend benötigen die deutschen Banken nach den derzeitigen Plänen für Basel III zusätzliches Eigenkapital von 105 Mrd. Euro und jetzt soll auch noch der Branchenprimus eine happige Kapitalerhöhung planen. eFinancialCareers geht der Frage nach, welche Auswirkungen dies auf die Portemonnaies der Mitarbeiter haben könnte.

1. Kapitalerhöhung

Laut Financial Times plant die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung von 8 bis 9 Mrd. Euro. Damit wagt sich der deutsche Branchenprimus erstmals seit der Finanzkrise wieder in eigener Sache an den Kapitalmarkt. Doch wofür braucht die Deutsche Bank den Geldsegen?

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Das Geld wird für die strengeren Vorschriften nach Basel III benötigt. Demnach soll die Kernkapitalquote (Core Tier 1) von bislang 4 auf künftig 9 Prozent heraufgesetzt werden. Da die Deutsche Bank zum 30. Juni nur über eine Kernkapitalquote von 7,5 Prozent verfügte, besteht sie zwar so manchen Eigenkapital-Limbo, nicht jedoch die neuen Vorschriften.

Überdies wird für die geplante Postbankübernahme viel Geld benötigt. Laut den Analysten von Bernstein Research sind die 9 Mrd. für diese Übernahme erforderlich und nicht für die verschärften Eigenkapitalvorschriften. Überdies rechnet Bernstein Research mit einer Verwässerung des Gewinns pro Aktie (EPS) von 24 Prozent in 2011 und 19 Prozent in 2012, was sich negativ auf den Aktienkurs auswirken dürfte. Da ein beträchtlicher Teil der Boni aktienbasiert ist, handelt es sich bei der Kapitalerhöhung somit um eine Schlankheitskur für Portemonnaies.

2. Basel III

Doch wenn die höheren Eigenkapital-Anforderungen im Zuge von Basel III nicht aus einer Kapitalerhöhung bestritten werden, dann bleibt dem deutschen Branchenprimus nicht viel anderes übrig, als in den kommenden Jahren Teile des Gewinnes in das Eigenkapital fließen zu lassen, womit weniger für Aktionäre und Mitarbeiter übrigbleiben dürfte.

3. Bankenabgabe

Auch die Bankenabgabe dürfte die Gewinne purzeln lassen. Demnach muss die Deutsche Bank jährlich 0,04 Prozent der Bilanzsumme für einen Bankenrettungsfonds abdrücken plus 0,015 für außerbilanzielle Derivate, was nicht von der Körperschaftssteuer abgezogen werden darf. Frohe Botschaft für den Fiskus, schlechte für Aktionäre und Mitarbeiter.

4. Nur Kleingeld aus dem BHF-Verkauf

Laut Medienberichten erhofft sich die Deutsche Bank aus dem eingeleiteten Verkauf der BHF Bank Einnahmen von 600 bis 650 Mio. Euro, womit der deutsche Branchenprimus so manches Loch füllen könnte. Doch Branchenkreise halten diese Summe für reichlich ambitioniert, zumal die BHF Bank in vielen Geschäftsbereichen alles andere als erstklassig sei und auch ein beträchtlicher Restrukturierungsaufwand anstehen dürfte. Also gibt es auch von dieser Front keine Entwarnung.

5. Trübe Geschäftsaussichten

Als Geldmaschine erwies sich bei der Deutschen Bank in jüngster Vergangenheit das Investmentbanking, das in 2009 immerhin gut 80 Prozent zum Vorsteuergewinn von 5,202 Mrd. Euro beitrug. Doch diese Geldmaschine hat im abgelaufenen zweiten Quartal zu stottern begonnen, in dem das Investmentbanking nur 779 Mio. Euro zum Vorsteuergewinn von insgesamt 1,524 Mio. Euro beitrug. Eine Besserung im Investmentbanking scheint vorerst nicht in Sicht zu sein. Somit dürften schlechte Zeiten auf die Portemonnaies Mitarbeiter zukommen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Irgendwie muss sich die Finanzkrise ja auch bei den Bankern bemerkbar machen. Unter Bankern ist Arbeitslosigkeit weitgehend ungekannt und die Folgen der Finanzkrise treffen den Rest der Bevölkerung wesentlich schlimmer als die Berufsgruppe die den ganzen Schlamassel verursacht hat – das ist eine Schande für den Kapitalismus.

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