Privatbank M.M. Warburg holt Asset Manager von Frankfurt nach Hamburg

eFC logo

Schock für die Mitarbeiter von M.M. Warburg in Frankfurt. Die traditionsreiche Hamburger Privatbank gibt ihr Asset Management in der Main-Metropole auf. Die betroffenen Mitarbeiter - rund 30 an der Zahl - wurden Ende September darüber informiert, dass sie nach Hamburg umziehen müssen. Die Stimmung unter den Beschäftigten dürfte nahe dem Gefrierpunkt angekommen sein.

Der Grund: Den betroffenen Beschäftigten wurde eine Änderungskündigung auf den Tisch gelegt. Wenn sie nicht unterschreiben und an die Elbe umziehen, werden sie entlassen. Unterschreiben sie, dann müssen die Mitarbeiter am 1. Juli 2010 ihre Arbeit in der Hansestadt aufnehmen. Das Private Banking in Frankfurt bleibt davon unberührt.

Ein Sprecher der Privatbank bestätigte die Pläne. "Bisher ist Warburg Invest auf die drei Standorte Frankfurt, Luxemburg und Hamburg verteilt. Ab Mitte 2010 wird Warburg Invest den Gesellschafts- und Tätigkeitssitz von Frankfurt nach Hamburg verlegen, wo auch die zentralen Einheiten der Warburg Gruppe angesiedelt sind."

Damit wird die gesamte Asset-Management-Kompetenz der Gruppe in Hamburg zusammengeführt. Die Konzentration auf zwei Standorte soll die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den anderen Experten in der Vermögensverwaltung und dem Research verbessern. "So können Entscheidungen schneller und besser getroffen werden, wovon die Kunden profitieren", ergänzte der Sprecher.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern in Frankfurt liegt wegen der Umzugspläne am Boden. Da es keinen Betriebsrat gibt, haben die Mitarbeiter auch keinen Anspruch auf einen Sozialplan. Ergo müssen sich Betroffene, die die Änderungskündigung nicht hinnehmen wollen, an das Arbeitsgericht wenden und dort um eine Abfindung kämpfen.

Warburgs Asset Management hat wie andere Konkurrenten auch mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Die meisten Häuser beklagen seit mehr als einem Jahr hohe Abflüsse wegen der geschmolzenen Vermögenswerte - und als Folge davon gestiegene Kosten.

M.M. Warburg hatte bereits vor einem Jahr Aufmerksamkeit erregt. Der persönlich haftende Gesellschafter Bernd Borgmeier war Ende vergangenen Jahres nach kurzem Gastspiel wieder gegangen. Der ehemalige Sal.Oppenheim-Banker war seit Januar 2007 für das Asset Management und das Privatkundengeschäft verantwortlich und soll zuvor versucht haben, das Asset Management von einem aktivem Managementstil auf quantitative Methoden umzustellen.

Dieser Strategiewechsel soll vor allem deshalb gescheitert sein, weil viele Kunden diesen Kurswechsel nicht mitmachen wollten. Derzeit verwaltet Warburg Invest etwa elf Mrd. Euro.

Wie viele der Mitarbeiter tatsächlich nach Hamburg umziehen werden, bleibt abzuwarten. Ein Headhunter, der namentlich nicht genannt werden wollte, geht davon aus, dass höchstens die Hälfte der Betroffenen vom Main an die Elbe ziehen wollen. "Ich habe mehrere Lebensläufe von Warburg-Leuten auf dem Schreibtisch liegen", sagte der Personalberater. "Sollte sich die Stimmung an den Märkten weiter bessern, bleiben die alle hier."

Eine Perspektive, die M.M. Warburg durchaus gelegen käme.

Close