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Dank der Investmentbanker verdient die HVB wieder kräftig – nicht jedoch die Mitarbeiter

Mit einem Gewinn von 1,266 Mrd. Euro ist die HypoVereinsbank (HVB) kraftvoll in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im Vorjahr hatte die Tochter der italienischen Unicredit Group noch einen Verlust von 671 Mio. Euro ausgewiesen.

Den Hauptteil an dem Geldsegen entfällt auf das Corporate und Investment Banking (CIB). Allein in dieser Sparte wurde ein Vorsteuergewinn von 971 Mio. Euro erwirtschaftet, den das Unternehmen auf die kräftige Erholung des Handelsergebnisses in 2009 zurückführte.

Dagegen trugen das Geschäft mit den Privat- und Geschäftskunden sowie das Wealth Management mit einem Plus von 29 und 74 Mio. Euro nur geringfügig zu dem guten Abschneiden der HVB bei.

Personalaufwand sinkt um 7 Prozent

“Die HVB Group hat im vergangenen Jahr trotz insgesamt schwieriger Marktbedingungen und einer gestiegenen Kreditvorsorge ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern erzielt. Besonders erfreulich ist, dass alle operativen Divisionen einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet habe”, sagte der HVB-Chef Theodor Weimer.

Doch die Mitarbeiter profitieren nur sehr bedingt von dem Erfolg. So zahlte die HypoVereinsbank für jeden Mitarbeiter durchschnittlich nur etwa 100.000 Euro, nach 96.000 im Vorjahr.

Dabei setzte die Münchner Bank den Personalabbau in 2009 fort. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 11,4 Prozent auf 18.062. Der Personalaufwand verringerte sich in dem gleichen Zeitraum um 7,1 Prozent auf 1,882 Mrd. Euro. Seit Ende 2006 konnte die HVB die Personalkosten sogar um 17,8 Prozent drücken.

Im Investmentbanking wurden gut 500 Stellen gestrichen

“2009 wurden rund 1500 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut, nachdem schon im Vorjahr rund 500 Stellen im gegenseitigen Einvernehmen reduziert werden konnten. Die verbleibende Personalreduktion von ca. 500 Stellen bis 2010 ist weitgehend durch bereits getroffene Vereinbarungen gesichert”, heißt es in dem Geschäftsbericht. Die Mitarbeiter-Fluktuation bezifferte die Bank auf 9 Prozent.

Auch im gewinnträchtigen Investmentbanking wurde der Rotstift angesetzt. So wurden im Bereich CIB 517 Stellen abgebaut. Da der gesamte Verwaltungsaufwand in der Sparte mit 1,672 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau verharrte, dürften die durchschnittlichen Vergütungen der Investmentbanker indes deutlich zugenommen haben. Genaue Mitarbeiterzahlen für CIB waren nicht erhältlich. Der Personalaufwand belief sich in der Sparte auf 686 Mio. Euro.

Bereits im Sommer hatte die HVB ein neues Vergütungssystem für 400 Führungskräfte eingerichtet. Demnach werden die variablen Bestandteile über drei Jahre gestreckt ausgezahlt, wobei die effektiven Auszahlungen an die nachhaltige Erreichung von Kriterien gebunden ist.

“Weiche Ziele wie Kundenzufriedenheit, Reputation oder Entwicklung der Marke UniCredit im jeweiligen Verantwortungsbereich werden bis zu 50 Prozent zur Höhe des individuellen Bonus beitragen”, hieß es von der Bank. Ein neues Vergütungssystem für alle Mitarbeiter ist in Arbeit, wie ein Unternehemensprecher betonte.

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