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Bei der Hypo Vereinsbank geht es jetzt dem Backoffice an den Kragen

Bei der Hypo Vereinsbank (HVB) geht es Schlag auf Schlag: Erst vor ein paar Wochen hat die Tochter der italienischen Großbank Unicredit angekündigt, bis spätestens 2015 weitere 700 Stellen zu streichen. Jetzt planen die Münchner ein umfangreiches Outsourcing im Backoffice.

Laut der Financial Times Deutschland (FTD) sollen innerhalb der HVB nur noch das operative Bankgeschäft sowie die Steuerungsfunktionen in der Münchner Zentrale verbleiben.

Die internen Dienstleistungen wie die Abwicklung des Handelsgeschäfts, die IT, die Immobilienverwaltung und der Einkauf würden an eine Tochter namens Unicredit Global Business Services (UGBS GmbH) in München ausgegliedert, die ab dem 1. November ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen soll.

In dem Tochterunternehmen sollen künftig 2500 bis 3000 Mitarbeiter beschäftigt sein, wovon indes bereits 2300 bei alten HVB-Töchtern arbeiten. Mithin dürften von der Umstrukturierung rund 700 HVB-Mitarbeiter direkt betroffen sein.

“So klar hat noch keine europäische Bank ihre Strukturen gegliedert”, sagte HVB-Personalvorstand Heinz Laber. “Wir greifen die Idee des One-Shop-Shopping aus der Industrie auf, bei der Serviceleistungen aus einer Hand angeboten werden, und übertragen diese Idee auf unsere Bankbedürfnisse”, ergänzte Laber.

Von dem Schritt erwartet sich die HVB jährliche Produktivitätssteigerungen von 3 bis 5 Prozent. Dennoch stehe bei dem Outsourcing die Qualitätssicherung und nicht die Kostensenkung im Vordergrund. Auf betriebsbedingte Kündigungen will die HBV bis 2014 verzichten.

Die Einsparungen finden statt, obgleich die HVB mit einer Kostenertragsquote im ersten Halbjahr 2011 von bescheidenen 47,8 Prozent in einem eFinancialCareers-Ranking einen Spitzenplatz erlangte. Dagegen musste die Deutsche Bank in dem gleichen Zeitraum für jeden Euro Ertrag 70,4 Cent springen lassen.

Seit der Finanzkrise hat das Münchner Unternehmen kräftig an der Kostenschraube gedreht. Seit dem ersten Halbjahr 2007 purzelte der Verwaltungsaufwand bei der HVB um 6,1 Prozent auf 1,783 Mrd. Euro. Der Personalaufwand wurde sogar um 20,2 Prozent auf 917 Mio. Euro zusammengestrichen.

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