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Viele Bewerber auf Führungspositionen sind von HR-Mitarbeitern enttäuscht

Veraltete Stellenanzeigen, unqualifizierte Personaler, ignorierte Bewerbungen – Führungskräfte lassen kein gutes Haar an den HR-Mitarbeiter, sagt Annekatrin Gabriel vom Institut für Gegenwartsforschungim brandenburgischen Königs Wusterhausen.

Eine Untersuchung mit dem Titel “Personalrekrutierung von Führungskräften” lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:

– jeder zweite Bewerber wünscht sich ein professionelleres Vorgehen der Personalabteilungen.

– jeder dritte Bewerber hält die Mitarbeiter in Personalabteilungen für nicht ausreichend qualifiziert.

– jeder vierte Bewerber vermutet, dass Mitarbeiter in Personalabteilungen Bewerbungen von potenziellen Mitarbeitern, die höher als sie selbst oder höher als die potenziellen
Teammitglieder qualifiziert sind, aussortieren.

– Selbst- und Fremdwahrnehmung der Unternehmen stimmen aus Sicht der Bewerber bei jedem dritten Unternehmen nicht überein.

– nur jede achte Führungskraft über 35 Jahre fühlt sich durch Employer-Branding-Kampagnen motiviert sich zu bewerben.

– bei jedem zweiten Bewerber entsteht der Eindruck, dass die meisten Unternehmen kostengünstige Mitarbeiter wie beispielsweise Praktikanten oder Hochschulabsolventen und keine qualifizierten Führungskräfte suchen.

– bei jedem vierten Bewerber entsteht der Eindruck, dass gute Qualifikation zu Absagen führen.

Eingereichte Bewerbungen wurden

– trotz mehrerer Nachfragen nicht zurückgesendet,

– zerknickt, zerfleddert und derangiert bzw. fleckig zurückgeschickt,

– abgestempelt, so dass die Bewerbungen absolut unbrauchbar waren,

– in anderen (kostengünstigeren) Mappen zurückgesendet,

– nicht vollständig zurückgesendet, so fehlten beispielsweise Kopien oder Fotos,

– bei der Rücksendung nicht ausreichend frankiert, so dass der Empfänger anteilig für die Sendung zahlen musste,

– mit Notizen versehen zurückgesendet oder

– mit Unterlagen anderer Bewerber zurückgesendet.

O-Töne von HR-Mitarbeitern

– “Das kann ich nun echt nicht wissen.”

– “Ja, ich weiß, ich hab ihm (dem Kollegen) schon x-mal gesagt, dass er endlich die Anzeige rausnimmt. Den Job gibt’s ja seit einem halben Jahr oder so nicht mehr.”

– “Ganz ehrlich? Nein, ich würde mich an Ihrer Stelle gleich woanders bewerben.”

– “Moment, ich muss erst mal selber die Anzeige lesen. Wo haben Sie die her?”

– “Oh je, das steht da drin? Das war bestimmt der Neue, den wir jetzt haben.”

– “Wenn Sie glauben, Sie hätten die Qualifikationen für die Stelle, wird man Sie schon einladen.”

– “Am liebsten rekrutieren wir intern. Die kennen wir ja schon. Und auch wegen Chancengleichheit und so.”

Kommentare (2)

Comments
  1. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Die Erfahrung zeigt ähnliche Tendenzen bei den großen Rekrutierungsfirmen der Branche. Rühmliche Ausnahme machen meist international besetzte HR. Anderes Kulturverständnis oder Dienstleister im wahrsten Sinne?

  2. Einges davon habe ich in der Praxis selber schon erlebt. Hinzuzufügen wäre noch die meist schleppende Bearbeitung der Bewerbungsverfahren. Auch Unhöflichkeiten wie z.B. keine Eingangsbestätitung oder generell keine Rückmeldung zu geben, sind reale Verhaltensweisen. Von Personalern halte ich persönlich nichts. Manchmal frage ich mich, für was man diese Leute überhaupt braucht.

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