Verdienen WestLB-Vorstände was sie verdienen?

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Das Jahr 2007 war kein gutes Jahr für die Vorstände der deutschen Landesbanken. Während bis auf Nord/LB, HeLaBa und die Landesbank Berlin die Sparkassen-Spitzeninstitute hauptsächlich unter der Subprime-Krise litten, tat sich die Düsseldorfer West LB darüber hinaus auch noch durch den veritablen Skandal im Eigenhandel mit VW-Aktien hervor. Die Folge: Im Juli 2007 wurde Vorstandschef Thomas R. Fischer durch Alexander Stuhlmann ersetzt.

Und doch: Ausgerechnet für die Vorstände der WestLB war das Jahr 2007 eben doch auch ein gutes Jahr - zumindest finanziell. Denn die Vorstände der WestLB haben im vergangenen Jahr erneut deutlich mehr verdient als Lenker der anderen Landesbanken. Insgesamt wurde das Vorstandsgremium 2007 mit 12 Mio. € entlohnt.

Über 25% davon - 3,2 Mio. € - wurden erfolgsabhängig gezahlt. Erfolgsabhängig? Das mutet seltsam an angesichts eines 2007-er Konzernergebnisses von minus 1,6 Mrd. € und der Tatsache, dass den Vorständen von Seiten des Aufsichtsrats zwar nie offiziell eine Mitschuld am Eigenhandelskandal gegeben wurde, aber doch defacto durch die personellen und strukturellen Neuordnungen nicht von Verantwortlichkeiten frei gesprochen wurde.

12 Mio. €, die zwar gegenüber den 2006 gezahlten Vorstandsbezügen von knapp 17 Mio. € absolut durchaus im Rahmen des im WestLB-Durchschnitt um 20% gesunkenen Personalaufwand liegen - allerdings ist die Anzahl der Vorstände durch die Verkleinerung des Vorstands von sieben auf fünf um mehr als 20% gesunken.

Pro Vorstandsmitglied wurden also für 2007 2,4 Mio. € gezahlt - genauso viel wie im Jahr 2006, als noch ein Rekord-Konzerngewinn von 1 Mrd. € verbucht wurde. Eigenhandelsskandal, Subprimekrise - und doch Top Gehälter - ist das fair?

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