35 englische Begriffe, ohne die keine Karriere im Investment Banking auskommt

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Blick in den Frankfurter Handelssaal der Deutschen Bank (Foto: Deutsche Bank)

Kaum eine Branche ist so angelsächsisch geprägt wie das Investment Banking. Kein Wunder, dass es nur so von Anglizismen wimmelt, wenn sich Investmentbanker auf Deutsch – wohlgemerkt – unterhalten. Vieles davon ist auf den ersten Blick unverständlich, wird weder im Englisch-Unterricht, noch in BWL-Studium vermittelt, fast alles aber lässt sich mit wenigen Sätzen erläutern. Hier die wichtigsten 30 Begriffe, damit Sie mitreden können.

Analyst: Als Analysten werden im Investment Banking die Berufseinsteiger gleich nach dem Studium bezeichnet. Sie dürfen nicht mit Aktienanalysten verwechselt werden. Normalerweise dauert die Analysten-Zeit drei Jahre. Heute wird sie aber immer öfter auf zwei Jahre verkürzt. Sie verbringen ihre Zeit meist mit der Recherche und Aufbereitung von Daten mittels Excel und PowerPoint.

Associate: Beim Associate handelt es sich üblicherweise um die Jahre vier bis sechs einer Karriere im Investment Banking. Auch Associates werden mittlerweile immer öfter bereits nach vier bis fünf Jahren zur nächst höheren Stufe des Vice Presidents befördert. Manche Banken haben stattdessen die Zwischenstufe eine Assistant Vice President eingeführt.

Back, Middle und Front Office: Beim Front Office handelt es sich um das Personal, das direkt mit dem Kunden zusammenarbeitet und die Erträge generiert. Daher werden Front Office-Mitarbeiter meist am besten bezahlt. Zum Back Office gehören sämtliche Support-Funktionen ohne Einfluss auf die Erträge. Das Middle Office rangiert dazwischen, wobei es sich üblicherweise um Jobs in Risikomanagement, Regulierung und Compliance handelt.

Big Four: So werden die vier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC, EY, Deloitte und KPMG genannt. Neben traditionellen Geschäftsbereichen wie Wirtschaftsprüfung (Audit) und Steuerberatung (Tax) bauen die Big Four zunehmend ein umfangreiches Beratungsgeschäft (Consulting) auf.

Boutique: Kleiner Anbieter von Beratungsdienstleistungen wie M&A, für die keine Banklizenz erforderlich ist.

Bulge Bracket: Damit werden übglicherweise die großen Investmentbanken wie Goldman Sachs, JP Morgan, Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse bezeichnet.

Cash Equities / Equities Derivatives: Der Handel mit normalen Aktien wird Cash Equities genannt und mit Aktienderivaten Equities Derivatives, wobei es sich um Futures, Optionscheine oder Zertifikate handeln kann.

CFA (Chartered Financial Analysts): Die verbreitetste Fortbildung in Investment Banking und Investment Management. Zur Vorbereitung werden 1000 Arbeitsstunden empfohlen. Bei jeder der drei Prüfungen fallen üblicherweise bis zu 60 Prozent der Teilnehmer durch.

Compliance: Dabei handelt es sich um Mitarbeiter, die prüfen, ob sich die Banker an die umfangreichen Regeln halten. Seit der Finanzkrise wurde die Regulierung massiv ausgebaut, weshalb es einen beträchtlichen Stellenaufbau gibt.

DCM (Debt capital markets): Das Geschäft der Investmentbanken mit Fremdkapital wie etwa Unternehmensanleihen. Hierbei geht es weniger um den Handel von Unternehmensanleihen als um deren Emittierung und Platzierung.

ECM (Equity capital markets): Das Geschäft der Banken mit Aktienemissionen wie Börsengängen oder Kapitalerhöhungen.

Equity research: Aktienanalyse. Die Leute analysieren, ob eine Aktie über- unterbewertet ist und geben auf dieser Basis Kaufs- und Verkaufsempfehlungen ab. Seit MiFID II müssen die Banken ihr Research ihren Kunden gesondert in Rechnung stellen, weshalb das Equity Research zunehmend unter Druck gerät.

Executive director: Die Karrierestufe zwischen Vice President und Managing Director. Der Director nimmt schon Führungsaufgaben wahr, stellt aber keinen Abteilungsleiter wie der Managing Director dar.

Face time: Anwesenheitszeit. Im Investment Banking sind die Arbeitszeiten schier endlos. Da der Mensch aber nur eine begrenzte Konzentrationsspanne mitbringt, sitzen viele junge Investmentbanker unproduktiv herum. Die Anwesenheitszeit (Face time) fällt daher regelmäßig höher als die produktive Arbeitszeit aus.

FICC (Fixed income, currencies and commodities): Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren wie z.B. Anleihen, Devisen und Rohstoffen.

FX (Forex): Devisenhandel

IBD (Investment banking division): Tatsächlich handelt es sich hierbei nur um einen Teil des Investment Bankings – nämlich um das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A), Aktienemissionen (ECM) und Anleiheemissionen (DCM). Hinzug kommt Leveraged Finance.

Intern: Praktikant

IPO (Initial public offering): Börsengang. Muss von einer Kapitalerhöhung unterschieden werden, bei der nur neue Aktien eines bereits gehandelten Wertes herausgegeben werden.

LBO (Leveraged buy out): Ein Begriff aus dem Private Equity-Universum. Derartige Private Equity-Fonds kaufen mit ihrem begrenzten Kapital ganze Unternehmen auf. Um die Kaufsumme zu erbringen, nehmen sie oft Kredite auf. Damit steigt die Rendite aber auch das Risiko für das Eigenkapital des Fonds.

League Tables: Datenanbieter ermitteln regelmäßig, wie viel Geschäft Investmentbanken in den verschiedenen Geschäftsbereichen generieren, woraus sich ein Ranking ergibt. Viele Banken versuchen zu den Top5- oder den Top10-Anbietern in einer bestimmten Region zu gehören.

M&A (Mergers and acquisitions): Fusionen und Übernahmen

Managing Director: Eine Art Abteilungsleiter im Investment Banking. Es handelt sich um die höchste Stufe der klassischen Investment Banking-Hierarchie. Nur eine Minderheit der Investment Banker bringt es in ihrer Karriere so weit.

PE (Private equity): Equity heißt eigentlich schlicht Eigenkapital. Im übertragenen Sinn wird der Begriff aber auch für Aktien benutzt, die ja nichts anderes als handelbares Eigenkapital sind. Private Equity-Fonds indes investieren in Unternehmen, die (noch) nicht an der Börse gehandelt werden. Oft handelt es sich dabei um mittelständische Firmen.

Pitch book: Verkaufsunterlagen. Investmentbanken arbeiten für Unternehmen Vorschläge zu Geschäften wie z.B. die Übernahme eines Konkurrenten aus. Dies geschieht regelmäßig in Form von Powerpoint-Präsentationen.

P&L: Bei Profit & Losses handelt es sich eigentlich nur um das englische Pendant für die deutsche Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Im Investment Banking-Jargon wird damit bezeichnet, welchen Profit ein Geschäft abwirft.

Prop'Trading: Propriety Trading bezeichnet den Eingehandel. Vor der Finanzkrise versuchten Banken mit dem Trading auf eigenes Risiko Geld zu verdienen. Seit der Finanzkrise ist dies offiziell untersagt.

Sales: Vertriebsmitarbeiter innerhalb einer Investmentbank, die normalerweise Wertpapiere vertreiben.

Securities: Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Derivate

Sell side / buy side: Investmentbanken verkaufen üblicherweise Wertpapiere und werden daher auch als Sell side bezeichnet. Dagegen kaufen Fondsgesellschaften, Versicherungen, aber auch vermögende Privatkunden Wertpapiere, weshalb sie Buy side genannt werden. Die Kulturen unterscheiden sich oft beträchtlich.

Structured Finance: Strukturierte Finanzierungen stellen komplizierte Kreditprodukte für Unternehmen dar, die häufig Derivate einschließen.

Summer analyst: Eine hübschere Bezeichnung für einen Praktikanten, der auf Englisch übrigens Intern heißt.

Trading: Handel mit Wertpapieren wie Aktien, Anleihen oder Derivaten.

Track Record: Dabei handelt es sich um die Liste von Deals, an denen ein Investmentbanker im Laufe seiner Karriere mitgearbeitet hat. Ein neuer Arbeitgeber kann daraus ersehen, was ein Kandidat tatsächlich gemacht hat, weshalb er üblicherweise einen Anhang zum Lebenslauf darstellt.

Vice President: Nach fünf bis sechs Jahren wird man im Investment Banking zum Vice President befördert. Anders als der Name suggeriert, handelt es sich nicht wirklich um eine Leitungsfunktionen. Die meisten Investmentbanker kommen über diese Karrierestufe nicht hinaus. Wer weiter gelangen möchte, muss sich eigene Geschäftsbeziehungen aufbauen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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