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GESCHEITERT: Cortal Consors entlässt mobile Vertriebsmitarbeiter

Die Nürnberger Direktbank Cortal Consors gibt das Geschäft mit der mobilen Beratung auf. Bis Anfang 2010 sollen 30 Geschäftsstellen, weitere 30 Standorte mobiler Berater und die Filiale in Berlin geschlossen werden, berichtet die FTD.

Betroffen sind rund 120 Geldspezialisten, die unter dem Dach der Bank Vermögensberatung angeboten haben. Diese Offerte wird es künftig nicht mehr geben.

Die Online-Tochter der französischen Großbank BNP Paribas zieht sich damit aus einem Geschäftsfeld zurück, das vor Kurzem noch als zukunftsweisend galt. Statt auf Anlageberatung über persönliche Kundenbeziehungen, zu Hause oder am Arbeitsplatz, setzt Cortal nun wieder auf den originären Direktbankkanal. Wahlweise können die Kunden künftig auch eine Honorarberatung nutzen.

Noch vor drei Jahren hatte Cortal-Consors-Chef Martin Daut die Beratung auf dem Sofa in den höchsten Tönen gelobt: “Die Demokratisierung der Börse haben wir Onlinebroker bereits geschafft, jetzt demokratisieren wir die Beratung.” In Anzeigen hatte der Onlinebroker mit Sprüchen wie “An alle, die gern die Wahrheit sagen und trotzdem mehr verdienen wollen” erfahrene Finanzberater rekrutiert.

Jetzt kommt die bittere Wahrheit für die selbstständig tätigen Berater: Sie haben von Cortal Consors das Angebot bekommen, unter eigenen Namen weiterzuarbeiten. Für die Kunden würden sich in dem Fall wenig ändern, doch die Handelsvertreter müssten sich um ein neues, gesetzlich vorgeschriebenes Haftungsdach kümmern.

Bei den Direktbanken Comdirect und DAB will man an der mobilen Vermögensberatung festhalten. Die DAB hat kürzlich die Beteiligung an SRQ Finanzpartner, in der 115 Berater organisiert sind, von 52 auf 81 Prozent aufgestockt und meldet in diesem Bereich einen Zuwachs an Kunden und verwaltetem Vermögen.

Comdirect will das Geschäft ebenfalls ausbauen und hat bei Comdirect Private Finance gerade die Zahl von 50.000 Kunden überschritten. Im ersten Quartal sanken die Provisionserträge wegen der Finanzkrise im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 50 Prozent. Der Rückgang der Beraterzahl um zehn Prozent auf 183 sei auf natürliche Wechsel zurückzuführen.

Der Rückzug von Cortal dürfte in den kommenden Monaten für Fluktuation sorgen. Denkbar ist sogar, dass die gekündigten Berater mit ihren Kunden zu DAB oder Comdirect wechseln.

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