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Die Wahrheit über die mageren Gehälter der Landesbanken

Gehälter

Sparschweine von Landebankern sind auf Diät gesetzt.

Bei den Landebanken wird kein Sparschwein fett. Nachdem mittlerweile sämtliche Landesbanken ihre Vergütungsberichte für 2016 vorgelegt haben, wird deutlich, dass die öffentlichen Kreditinstitute in der Vergütung zumeist ihrer privaten Konkurrenz hinterhereilen. Die Unterschiede fallen allerdings erklecklich aus. Während die NordLB nach ihrem Milliardenverlust fast alle Boni gestrichen hat und sich die Mitarbeiter mit durchschnittlich 61.700 Euro bescheiden mussten, ließ die Helaba immerhin 83.400 Euro pro Kopf springen – ein Unterschied von fast 22.000 Euro. Konkret:

Helaba: 83.400 Euro

Die Helaba möchte sich offensichtlich bei der Bezahlung nicht in die Karten schauen lassen und begnügt sich bei den Angaben mit dem Minimum. Immerhin wird klar, dass von der Durchschnittsvergütung von 83.400 Euro knapp 73.700 auf die Gehälter und nur gut 9700 auf die Boni entfielen.

Es gibt aber auch höhere Gehaltsklassen. Die 286 Risikoträger der Bank strichen immerhin 199.000 Euro ein. Dabei handelt es sich um diejenige Gruppe von zumeist Führungskräften, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiken der Bank tragen.


BayernLB: 77.900 Euro

Auf Platz zwei folgen die Münchner. Die BayernLB hatte während der Finanzkrise eine Geldspritze vom Freistaat benötigt und unterlag daher Restriktionen bei der Bezahlung. Da die Bank die Schulden beim Steuerzahler vor einigen Monaten zurückgezahlt hat, ist ab sofort die Bahn für höhere Vergütungen frei. Trotz dieser Beschränkungen ließen die Münchener durchschnittlich rund 77.900 Euro für ihre Mitarbeiter springen. Auch die BayernLB lässt sich ungern in die Karten blicken und veröffentlich lediglich zu den Risikoträgern detailliertere Zahlen.

Demnach stehen die Risikoträger aus den Zentralfunktionen mit einer Gesamtvergütung pro Kopf vom 230.200 Euro an der Spitze der bayrischen Nahrungskette – dicht gefolgt von ihren Kollegen aus Corporates & Mittelstand mit 223.000 Euro. Dagegen mussten sich die Risikoträger aus Markets mit 166.600 Euro begnügen.


HSH-Nordbank: 74.900 Euro

Immerhin 74.900 Euro ließen die Nordlichter durchschnittlich für ihre Mitarbeiter springen – angesichts der Dauerkrise der HSH-Nordbank handelt es sich um einen bemerkenswerten Wert. Dabei kassieren ausgerechnet die Mitarbeiter aus dem Bereich Shipping-, Projekt- und Immobilienfinanzierung mit 92.800 Euro am meisten, wovon übrigens 12.000 Euro auf Boni entfielen. Trotz der horrenden Verluste der Bank in gerade diesem Segment lässt sich hier also gutes Geld verdienen.


LBBW: 68.800 Euro

Dagegen fällt die Bezahlung bei der Landesbank Baden-Württemberg mit 68.800 Euro pro Kopf eher bescheiden aus. Am meisten kassierten die Mitarbeiter aus dem Kapitalmarktgeschäft mit 86.200 Euro. Die Risikoträger der Banken strichen unterdessen jeweils 187.800 Euro ein.

NordLB: 61.700 Euro

Durch Rekordabschreibungen in der Schiffsfinanzierung musste die NordLB 2016 einen Vorsteuerverlust von 1,8 Mio. Euro verkraften. Angesichts dessen hat der Vorstand bei den Boni Tabula rasa gemacht. Der Bonuspool für die Bank wies somit die winzige Summe von 291.800 Euro auf.

Die Hannoveraner listen indes minutiös auf, was tarifliche, außertarifliche, Auslandsmitarbeiter und Risikoträger im vergangenen Jahr einstrichen. Schon daher lohnt sich die Lektüre des Vergütungsberichts. So kassierten die Corporate und Investment Banker im Ausland durchschnittlich 120.300 bzw. 100.600 Euro, worin indes kein Cent Boni enthalten ist. 2017 kann es also nur besser werden.




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