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GASTKOMMENTAR: Wieso ich immer noch hocherfreut bin, Goldman Sachs in meinem Lebenslauf zu haben

Ich gehöre zu den zehntausenden von Leuten, die rund um den Globus den Namen der “Vampirkrake” in ihrem Lebenslauf haben. Ich bin bei dem Unternehmen gleich nach dem Uniabschluss eingestiegen, arbeitete dort einige Jahre als Analyst und wechselte anschließend auf die Käuferseite, wo ich bleiben möchte. Ich bin mir sicher, dass mir der Wechsel schwerer gefallen wäre, wenn ich bei einer unbedeutenderen Bank gearbeitet hätte – vor allem wenn die Geschäftspartner der Firma selbst Ex-Goldman-Mitarbeiter sind.

Schäme ich mich also dafür, nach der SEC-Klage den Namen “Goldman Sachs” in meinem Lebenslauf zu haben? Nicht wirklich…

Das CDO-Geschäft ist eine einzelne Sparte von Goldman Sachs. Ich habe im Bereich M&A gearbeitet, die hierzu keine Beziehungen verfügt. Diese Tatsache sagt dem durchschnittlichen Menschen aus der allgemeinen Öffentlichkeit wenig bis gar nichts, der unfähig und unwillig ist, zwischen einer Geschäfts- und einer Investmentbank zu unterscheiden – was jedoch für jemanden, der mit der Branche vertraut ist, einen ganz erheblichen Unterschied ausmacht. Und eben das sind – offen gesagt – diejenigen Leute, um deren Meinung ich mich nicht schere.

Und wer behauptet schon, dass nicht auch andere Banken Leichen im Schrank versteckt haben. Die Klage gegen Goldman Sachs, die politisch motiviert zu sein scheint, kann leicht zu ganz ähnlichen gegen Merrill Lynch, UBS oder die Deutsche Bank führen. Denn es gibt zwei Arten von Investmentbanken – diejenigen, die sich auf der richtigen Seite des Credit Crunchs befunden haben und den Rest.

Denn die Wahrheit lautet: Wenn Du einmal der weltanschaulichen Berufung gefolgt bist, im Investmentbanking zu arbeiten, dann sind alle Institute Teil des gleichen Clubs. Dann muss sich Deine Großmutter entscheiden, ob Du der fleischgewordene Teufel bist oder dieselbe Person, die sie schon immer geliebt hat und drei Jahre später wiedersieht – für sie dürfte kaum ein Unterschied darin bestehen, ob Du für Goldman, Morgan Stanley oder die Rabobank arbeitest.

Dennoch spielt es abgesehen von Deiner Großmutter sehr wohl eine Rolle, wo Du arbeitest. Denn in dem Club gibt es eine Hierarchie und Goldman Sachs ist immer an der Spitze gewesen. Wenn Du ein Investmentbanker werden willst, dann möchtest Du auch für die beste Bank arbeiten.

Kann irgendetwas meine Meinung ändern? Gibt es Situationen, in denen der Name Goldman Sachs stillschweigend aus meiner Vergangenheit getilgt werden könnte? Möglich – das schließe ich nicht aus. Da gibt es schon einige Fehltritte wie namentlich das Interview von Goldman-Chef Lloyd Blankfein mit der Times, in der er für sich beanspruchte, Gottes Werk zu erledigen.

Das Problem von Goldman Sachs besteht darin, dass sie sich selbst zu den besten zählt und damit auch als erste in der Kritik steht. Das mag schon sein, doch das heißt nicht, dass sie nicht die beste Bank ist. Das gilt immer noch – zumindest für den Moment. Goldman Sachs in seinem Lebenslauf stehen zu haben, ist indes ein Problem reicher Leute.

Kommentare (11)

Comments
  1. Selten so dummes Gelaber gelesen…

  2. Hoffentlich ersparst Du Deinen Freunden, solltest du welche haben, dieses Gelaber … Viel Erfolg noch …

  3. Selbst im M&A ist Goldman auch nicht mehr da, wo es mal war…

  4. Leider sind es genau solche Kommentare bzw. die Einstellung, die durch diese ausgedrückt wird, die für den schlechten Ruf des Investmentbankings verantwortlich sind. Ja CDO und M&A sind meilenweite Unterschiede und Goldman Sachs ist damit nicht gleich Goldman Sachs, im Zweifelsfall ist auch nicht Banker gleich Banker. Aber für Nicht-Banker ist dieser Unterschied nicht zu machen, genauso wenig wie für uns die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Steuerungen an einem mehrachsigen Drehautomaten. Ich habe den gleichen CV, erst M&A (allerdings bei Morgan Stanley) und dann auf die Buy-Side gewechselt. Nur dabei habe ich eines mitgenommen, eine gewisse Demut und das Wissen, dass ein hohes Einkommen eine Verantwortung mit sich bringt, vor allem, sich seiner privilegierten Position bewusst zu sein. Aber mit einem Satz wie “GS im CV ist ein Problem reicher Leute”, so jemand gehört eine Woche lang Putzen geschickt für 8 Euro die Stunde bzw. so lange, bis er weiss, was er da für einen gefährlichen Unsinn von sich gibt und wie unglaublich arrogant und deplatziert so eine Aussage ist. Das ist das Niveau eine trotzigen Kindes aber nicht jemanden, der anderer Leute Geld mehren soll.

  5. Mit so einem unseriösen Investmentbanker möchte ich niemals etwas zu tun haben – der hat ja überhaupt keine Ahnung vom Banking – sollte etwas ordentliches Lernen – vieleicht – Gärtner…..

  6. Wow, die Qualität des Artikels spricht für sich.

  7. Dieser Kommentar spricht nicht für die Selektionsqualität von GS bei der Suche nach den richtigen Mitarbeitern…

    Das Kernproblem von Goldman ist, dass es bei Goldman keine Interessenkonflikte gibt, denn es gibt immer nur ein Interesse: das von Goldman Sachs. Der Kunde sollte nicht darauf vertrauen, dass ihm der objektiv beste Rat angediehen wird, sondern Goldman immer seine eigenen Interessen im Blick hat. Und da Goldman häufig auf mehreren Seiten gleichzeitig agiert (auch und gerade im M&A), ist selten transparent, welche Interessen Goldman verfolgt und in das Zentrum seines Handelns stellt.

    Dieser nunmehr auch der Öffentlichkeit gegenüber dokumentierte Glaubwürdigkeitsverlust wird Goldman noch lange beschäftigen….

  8. Der Artikel wirft zwei Fragen auf:

    1. War es nicht ein Fehler, GS verlassen zu haben?

    2. Schämt sich GS nicht für solche Ex-Angestellte?

  9. Ich erinnere mich noch an meine Zeit bei UBS im Bereich Wealth Management. Wir bekamen einen neuen Kollegen von Goldman Sachs. Was war seine erste Frage: “Wo werde ich sitzen? Bei Goldman sitzen die erfolgreichen Berater am Fenster. ICH BIN ERFOLGREICH. Also verlange ich einen Platz am Fenster…” Schlussendlich hat er ihn bekommen, aber jeder im Raum wusste ab dem Zeitpunkt, was da auf das Büro zukommt. Hier geht es zwar nicht um Investment Banking, spiegelt aber dennoch die ganze Einstellung der “Goldmänner” wider… Wahrscheinlich ist es im IB eher noch extremer…

  10. Bezeichnend, dass der Gastkommentar ohne Namensnennung des Verfassers veröffentlicht wurde. Wirklich absolut dummes Geschwätz, das wohl niemand mit seinem Namen schmücken wollte.

  11. Dieser Typ hat ein ganz gewaltiges Problem, vielleicht nicht mit Kohle, wie er meint, aber mit seiner Arroganz und Selbstherrlichkeit. Wer möchte schon mit so einem Geschäfte machen. Die Dummen welche schon im voraus sich damit abfinden abgezockt zu werden.

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