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US-Banken zahlen Aufschläge für Entlassungsängste ihrer Angestellten

Nach den umfassenden Entlassungen der Jahre 2001 und 2002 haben es US-Banken nun schwer, Nachwuchskräfte in Kontinetaleuropa für sich zu interessieren.

Andreas Weik vom Frankfurter Headhunter Hofmann & Heads AG & Co beobachtet einen spürbaren Unwillen unter jungen Deutschen, wieder bei Banken wie Merrill Lynch und Credit Suisse First Boston anzuheuern. Er erklärt: “Diese Banken haben eine Menge junger Leute entlassen, und diese haben jetzt Angst, dass sie im Falle einer Rückkehr ihre Jobs in zwei Jahren wieder verlieren.”

Um Nachwuchskräfte anzuwerben, bieten Merrill und CSFB Weik zufolge Bonbons im Wert von 5.000 Euro, die ihre Jahresgehälter rund 10% über denen ihrer internationalen Konkurrenz liegen lassen. Banknahe Quellen bestätigen, dass die Banken Probleme haben, Talente anzulocken. Beide Banken selbst wollten dazu keinen Kommentar abgeben.

Jürgen Merkel, Managing Director bei MB Consulting in Frankfurt, bestätigt, dass US-Banken ihre Angestellte für das gefühlte Risiko, den Job zu verlieren, finanziell entschädigen: “Amerikanische Geldhäuser haben einen schlechten Ruf. Banker auf Junior-Niveau haben von Freunden von den Entlassungen gehört und erwarten nun, mehr Gehalt zu bekommen.”

Alberto Gavazzi, Chef der Financial-Services-Abteilung bei Russell Reynolds in Mailand, berichtet, dass junge Italiener ähnlich vorsichtig sind. “Die Anziehungskraft des Investmentbankings ist definitiv geringer als sie einmal war. Junge Leute bezweifeln, ob sie dort eine langfristige Karriere vor sich haben werden.”

Zahlen der Absolventenvermittlung Universum belegen, dass an den europäischen Spitzen-Universitäten der Anteil der Studenten, die eine Karriere im Investmentbanking anstreben, zwischen 2001 und 2004 von 19,9 auf 12,8% gefallen ist.

Das fehlende Interesse an Karrieren in einer Bank trifft zusammen mit den Bemühungen angeblich unpopulärer Geldhäuser, zunehmend mehr Nachwuchskräfte einzustellen. Merrill Lynch hat in Deutschland bereits drei Senior Partner und fünf Analysten eingestellt, verglichen mit der Einstellung eines Partners und gar keines Analysten im letzten Jahr. Die CSFB hat im November einen Partner und einen Analysten in ihrem Immobilienteam eingestellt.

Es ist unklar, ob beide Banken einen Aufschlag für ihre neuen Angestellten gezahlt haben. Der Wettbewerb scheint sich jedoch zunehmend zu intensivieren: Weik berichtet, andere internationale Banken suchen eine ähnliche Anzahl von Nachwuchskräften, um sich auf einen erwarteten Anstieg in der M&A-Abwicklung vorzubereiten.

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