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Warum die Hamburger Privatbank Berenberg in München expandiert!

Obwohl die Hamburger Bank Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG – so der offizielle Name – seit 420 Jahren fest im norddeutschen Bereich verwurzelt ist, hat sie doch vor fünf Jahren auch eine Niederlassung in München eröffnet.

“Obwohl die Kunden, die fast nur auf Empfehlung zu uns kommen, schon zirka 500.000 Euro mitbringen müssen, hatten wir hier so viel Zuspruch, dass wir einfach vor Ort sein wollten, um sie besser betreuen zu können”, sagt Carsten Gennrich, 43, gelernter Banker und nach Stationen bei der Dresdner Bank, dem Bankhaus Lampe und der BHF-Bank jetzt neuer Niederlassungsleiter.

Er ist mit dem Geschäftsverlauf in Bayern bisher sehr zufrieden. Denn an den 20,3 Mrd. Euro, die die Berenberg Bank 2008 verwaltete, sei die Niederlassung im Freistaat bereits mit einem beachtlichen Anteil beteiligt. Daher seien aus den anfänglich vier Mitarbeitern und Beratern bereits zehn geworden, die im süddeutschen Raum aktiv sind. 2010 will Gennrich den Beraterstamm noch weiter ausbauen. “Denn der bayerische Bereich ist ein sehr guter Wachstumsstandort.”

Den Erfolg führt Gennrich unter anderem auch darauf zurück, dass sein Haus nicht nur eigenes Geld, sondern auch das der Kunden seriös anlege, außer, diese wünschen ausdrücklich risikoreiches Engagement. Berenberg sei eine unabhängige Privatbank, kreiere keine eigenen Produkte, sondern schaue sich auf dem Markt nach den besten für ihre Kunden um. Als wichtiges Geschäftsfeld seines Hauses führt Gennrich noch die Stiftungsberatung an, die unter anderem auch Interessenten mit erfahrenen Stiftern zusammenbringe.

Berenberg profitiere derzeit aber auch von den Schwierigkeiten der Wettbewerber, gab Gennrich zu, von denen mancher deutlich angeschlagen und mit sich selbst beschäftigt sei. “Wir haben dagegen keine Probleme und keine Altlasten, die wir aufarbeiten müssen, wir spekulieren nicht, beschäftigen uns nicht mit Übernahmen oder Zukäufen, sondern wachsen organisch und sind gut aufgestellt.”

Daher habe die Berenberg Bank, die in Deutschland mit neun Repräsentanzen oder Niederlassungen, mit sechs in europäischen Ländern und einer in China vertreten ist, in den vergangenen sieben Jahren die Zahl ihrer Mitarbeiter auf 900 verdoppeln können. Bei Berenberg sei die Fluktuation der Berater sehr niedrig und die Durchschnittsdauer der Betriebszugehörigkeit hoch. Für Gennrich ist dies ganz wesentlich für eine langjährige Kundenbindung.

Auf dem Bankensektor wird es, wie der Münchner Berenberg-Chef glaubt, weitere Konzentrationen geben, nicht nur bei Landes- und Privatbanken, sondern auch bei kleineren Sparkassen und Genossenschaftsinstituten. “Ich hoffe, dass sich die Institute konsolidieren, ihre Bilanzen auf Vordermann bringen und ihre Geschäftsmodelle überprüfen.”

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