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Den Griechen zum Trotz lässt die Commerzbank für Mitarbeiter 7 Prozent mehr springen

Durch Wertberichtigungen auf griechische Anleihen von 858 Mio. Euro purzelte das operative Ergebnis der Commerzbank im zweiten Quartal auf magere 55 Mio. Euro, wie das Institut am heutigen Mittwoch (10. August) mitteilte. Im gesamten ersten Halbjahr verdiente die Bank 1,2 Mrd. Euro.

Das enttäuschende Ergebnis scheinen die Mitarbeiter nicht ausbaden zu müssen. Denn der Personalaufwand pro Kopf kletterte in erstem Halbjahr um 7 Prozent auf 38.331 Euro. Auch insgesamt legte der Personalaufwand um 2,4 Prozent auf 2,233 Mrd. Euro zu.

Laut Angaben der Bank befindet sich der “Stellenabbau im Plan”. Wie viele der insgesamt 9000 wegfallenden Stellen bereits gestrichen wurden, bezifferte die Bank indes nicht. Allerdings fiel die Mitarbeiterzahl per Ende Juni gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 58.255 Beschäftigte.

Den Löwenanteil mussten die ausländischen Mitarbeiter mit einem Minus von 8,2 Prozent verkraften, während in Deutschland lediglich 3 Prozent der Stellen gestrichen wurden. Von einem weiteren Stellenabbau über das geplante Programm hinaus war indes keine Rede.

Als Goldesel der Commerzbank erwies sich einmal mehr die Mittelstandsbank, wo das operative Ergebnis im ersten Halbjahr um fast ein Drittel auf 916 Mio. Euro zulegte. Damit scheint es auch in den Portemonnaies der Mitarbeiter zu klingeln. So heißt es im Zwischenbericht: “Während der Personalaufwand insbesondere aufgrund höherer Rückstellungen für variable Vergütungen gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent zunahm, ging der Sachaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.”

Doch auch das Ergebnis des Investmentbankings verbesserte sich entgegen dem Branchentrend um 17,9 Prozent auf 521 Mio. Euro. Damit profitierte die Commerzbank von der Konzentration auf den vergleichsweise starken deutschen Markt. Das Privatkunden- und Osteuropageschäft trugen endlich mit 195 Mio. bzw. 177 Mio. Euro wieder relevant zum Ergebnis bei. Im Privatkundengeschäft verminderte sich der Personalaufwand um 1,7 Prozent auf 698 Mio. Euro.

Bei den Zielen für das Gesamtjahr signalisierte die Commerzbank einen vorsichtigen Rückzug. “Aufgrund der Staatsschuldenkrise sind stabile Märkte
derzeit nur bedingt zu sehen. Dennoch gehen wir für das Geschäftsjahr 2011 von keinen signifikanten Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten der Kernbank aus. Sie sollte daher mit einem operativen Ergebnis abschließen, das deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegt,” sagte Finanzvorstand Eric Strutz, der die teilverstaatlichte Bank Anfang 2012 aus privaten Gründen verlassen wird.

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