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Trends auf dem Arbeitsmarkt: “Wird alles nicht ganz einfach”

Die Finanzkrise bringt einen erheblichen Wandel für das Investmentbanking mit sich. “Mehr Sicherheit und weniger strukturierte Produkte”, lautet ein wichtiger Trend, wie Jürgen Merkel von MB Executive Search beobachtet. Da jedoch die Banken an eben jenen Derivaten in der Vergangenheit am meisten verdient haben, werde es einen anhaltenden Druck auf die Bankgewinne und somit auch auf die Boni geben. Dennoch sieht Merkel für die Sparte keineswegs schwarz: “Das Investmentbanking bleibt die Nr. 1”

Die Payout-Ratio wird sinken

Durch die Marktveränderung aufgrund der Finanzkrise würden die Boni nicht mehr so schnell solche Höhen erklimmen wie vor einigen Jahren. Dabei macht Merkel vor allem zwei wichtige Trends aus:

1. Die Fixgehälter würden in der Branche zu Lasten der Boni zulegen, wie es die Deutsche Bank bereits angekündigt hat. Demnach werden die festen Bezüge um 5 bis 30 Prozent steigen und die variablen Vergütungen entsprechend sinken.

2. Überdies werde der Anteil der Aktienanteils weiter wachsen, während die Barzahlungen abnehmen. “Die Payout-Ratio wird weniger, um die Leute an die Banken zu binden”, ergänzt Merkel. Derzeit läge der Anteil der Unternehmensaktien an den Boni etwa bei 30 bis 50 Prozent. Die großen Barzahlungen würden nicht mehr in dem Ausmaße geleistet wie in der Vergangenheit.

Private Wealth-Manager gesucht

Nach der Flucht aus dem Risiko entdecken immer mehr Banken die private Vermögensverwaltung als attraktives Geschäftsfeld. Da in den kommenden Jahren die Vererbung beträchtlicher Vermögen in Deutschland bevorsteht, gebe es hier noch einiges zu verteilen. “An diese Leute will man ran”, sagt Merkel.

Daher schauten sich gerade im Private Wealth viele Banken nach neuem Personal um. Fachkräfte im Bereich Senior Sales für Fixed Income, Equity aber auch Derivate würden derzeit gesucht. Die Einstellungspraxis der Institute sei aber immer noch sehr selektiv.

Problematisch sieht es dagegen bei den Fondsgesellschaften aus, die immer weniger in der Gunst der Privatanleger stehen. In Frankfurt und München würden Portfolio-Manager derzeit freigesetzt.

Dresdner-Übernahme bringt noch mal Druck auf den Arbeitsmarkt

Vor allem die Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank werde den Arbeitsmarkt noch einmal kräftig durchschütteln. So will die Commerzbank nach eigenen Angaben rund 9000 Stellen streichen. Da jedoch betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2010 ausgeschlossen sind, stehe dem Arbeitsmarkt noch eine schwierige Zeit bevor, wie der Recruitment-Experte ergänzt: “Wird alles nicht ganz einfach sein in den nächsten ein bis zwei Jahren.”

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