Auf dem Weg zum Landesbänkchen: HSH Nordbank streicht 1200 Stellen

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Bei der HSH Nordbank muss jeder dritte Mitarbeiter seinen Schreibtisch räumen. Insgesamt fallen rund 1200 Stellen weg, was 900 mehr sind als bisher geplant. Bis 2014 soll die Zahl der Mitarbeiter um 36 Prozent auf 2120 Beschäftigte eingestampft werden, wie das Unternehmen am heutigen Freitag (26. August) mitteilte.

Von der Flugzeugfinanzierung und der internationalen Immobilienfinanzierung will sich die HSH Nordbank komplett trennen. Die Schiffsfinanzierung soll bis 2014 auf ein Volumen von 15 Mrd. Euro verringert werden. Insgesamt soll die Bilanzsumme von derzeit 132 auf 82 Mrd. Euro verkürzt werden.

Die Auslandstöchter werden demnach am stärksten von dem Personalkahlschlag betroffen sein, wobei die Niederlassungen in Amsterdam, Paris und Shanghai ganz dichtgemacht werden. Doch auch an den beiden Hauptsitzen der Bank in Hamburg und Kiel werden zu gleichen Teilen Stellen wegfallen.

Den schwarzen Peter schob die HSH Nordbank der EU-Kommission zu, die die Einschrumpfung gefordert habe. "Die vorgegebene Zielgröße der Bank liegt um mehr als ein Viertel unter der ursprünglich vorgelegten Planung von 2009. Entsprechend stark schrumpft auch die Ertragsbasis der Bank. Zugleich mussten wir der EU-Kommission zusagen, dass wir in den Kerngeschäftsfeldern der Bank auf absehbare Zeit nicht nennenswert wachsen. Das heißt: Unsere Kostenbasis ist unter den neuen Rahmenbedingungen viel zu hoch, Kostensenkungen und mithin auch ein Arbeitsplatzabbau sind unausweichlich", sagte HSH Nordbank-Chef Paul Lerbinger.

Die HSH Nordbank soll sich zu einer "Bank der Unternehmer" wandeln, die sich auf Mittelstandsfinanzierung in der Region konzentriert. Die beiden internationalen Geschäftsbereiche Shipping und Energy & Infrastructure werden indes in verkleinerter Form fortgeführt.

Doch nach all den schlechten Nachrichten hatte die HSH Nordbank auch eine gute parat: Im ersten Halbjahr konnte die Landesbank in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Während das Institut im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 400 Mio. verkraften musste, konnte die HSH Nordbank in den ersten sechs Monaten 2011 einen Vorsteuergewinn von 337 Mio. Euro generieren.

Laut Lerbinger werden die anstehenden Restrukturierungen der Bank in der zweiten Jahreshälfte jedoch das Geschäft verderben: "Das Halbjahresergebnis der HSH Nordbank beinhaltet noch nicht die Belastungen, die sich aus der Umsetzung der EU-Vorgaben ergeben. Diese sollen nach den Plänen des Vorstands bereits im zweiten Halbjahr 2011 weitgehend ergebniswirksam verarbeitet werden. Zusätzlich rechnet die Bank in diesem Jahr mit Restrukturierungsaufwendungen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe für den geplanten Personalabbau. Auch für die beiden Folgejahre erwartet die Bank Restrukturierungsaufwendungen in jeweils ähnlicher Höhe."

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