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Arbeitsmarkt und Gehälter für MBAs (Teil 3)

Die steigende Nachfrage nach MBA-Absolventen in der Finanzindustrie wird von Unternehmen verschiedener Couleur getragen. Besonders aber die Bankenbranche ist erster Anlaufpunkt für frisch gebackene MBAs.

Die weltweit größten Arbeitgeber von MBA-Absolventen im Bereich Finanzdienstleistungen sind fast ausschließlich Banken, wie aus der Studie “TopMBA.com International Recruiter Survey 2005” hervorgeht. Die Experten von QS Research, die die Studie Ende des letzten Jahres erstellt haben, führen lediglich den amerikanischen Finanzkonzern American Express und GE Commercial Finance & GE Capital als nicht-klassische Banken in den Top Ten der MBA-Arbeitgeber auf.

Daneben finden sich dort die Deutsche Bank, Fidelity International und die reinen Investmentbanken Goldman Sachs, JP Morgan, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley.

Letztere dort zu finden verwundert wenig, bieten doch derzeit laut der Studie von QS Research nahezu alle Investmentbanken Stellen für die Absolventen von MBA-Studiengängen an. Nachdem zwischen 2001 und 2003 die Anzahl der Stellenangebote für MBA-Absolventen in den Investmentbanken um teilweise bis zu 80 % zurückgefahren wurden, stieg die Anzahl der neu eingestellten MBAs im Jahr 2004 zunächst erstmals wieder um 10 %, im vergangenen Jahr gleich um 20 %.

Quer durch die Bank

Die großen Investmentbanken werben mittlerweile wieder an den Universitäten um die größten Talente. Besonders begehrt: Nachwuchskräfte für die Mergers & Acquisitions-Abteilungen.

Doch auch andere Bereiche – in Investmentbanken wie auch in den klassischen Finanzhäusern – suchen gezielt nach jungen MBAs. Die Studie über den MBA-Arbeitsmarkt zählt dabei die Bereiche Derivate, Prime Brokerage, Vertrieb und Handel von festverzinslichen Papieren und Aktien und Structured Finance auf, dazu Unternehmensfinanzierung im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor, Immobilien, Private Equity und Wealth Management.

Mit der großen Nachfrage nach MBA-Absolventen aus dem Bankensektor kann das Versicherungswesen nicht mithalten. Die Studie bescheinigt den Versicherungsunternehmen ein eher moderates Interesse an MBAs, auch wenn zuletzt eine Belebung zu verzeichnen war.

Gehälter steigen

Der neu entfachte “war for talents” spiegelt sich in gestiegenen Gehältern für frisch gebackene MBAs wider. Im weltweiten Durchschnitt stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr um 12 % und haben so das Niveau von 2001 bereits wieder überschritten. Dies gilt auch und erst recht für die Gehälter von MBA-Absolventen in westeuropäischen Unternehmen, die mit durchschnittlichen Gehaltszahlungen von 66.111 Euro ihre Kollegen in den anderen Regionen weltweit überflügelten.

Das Durchschnittsgehalt eines MBA-Absolventen im europäischen Finanzsektor betrug im vergangenen Jahr 67.500 Euro. Lediglich Neueinsteiger mit MBA-Titel in der Consultingbranche verdienten mit 73.000 Euro im Schnitt noch mehr.

Doch der Vorsprung der Beratergehälter gegenüber den MBAs der Finanzbranche kann durch Bonifikationen wieder wettgemacht werden. Diese sind in der Finanzbranche traditionell höher als in anderen Branchen.

Während der durchschnittliche Bonus, der im vergangenen Jahr MBA-Absolventen gezahlt wurde, branchenübergreifend 21.000 Euro betrug, erhielten MBAs in der Finanzbranche im Durchschnitt 31.500 Euro.

Dieser Durchschnitt wurde insbesondere getrieben von den hohen Bonuszahlungen der Investmentbanken, die ihren MBAs im ersten Berufsjahr bereits bis zu 77.500 Euro als Bonifikationen überwiesen.

So verwundert es nicht, dass die MBAs in westeuropäischen Banken insgesamt die Top-Verdiener des vergangenen Jahres in ihrer Peer Group waren. Als Jahresgesamtgehalt, also der Summe aus Fixgehalt und Bonuszahlung, wurden hier im Durchschnitt weit über 93.250 Euro erreicht!

Unternehmen anderer Branchen können da zwar nicht mithalten, doch gilt es zu beachten, dass die Bonuszahlungen von Banken wesentlich volatiler sind als die von Arbeitgebern aus anderen Wirtschaftssektoren.

Nach den Consultants, die aufgrund der beschriebenen höheren Grundgehälter mit ebenfalls noch über 93.250 Euro auf Rang zwei der Spitzenverdiener unter den MBA-Absolventen liegen, folgen die Angestellten der übrigen Unternehmen aus dem Finanzbereich, also der Nicht-Banken, die im Durchschnitt Vergütungen im Bereich zwischen 85.500 und 93.250 Euro erhielten.

Lesen Sie im vierten und letzten Teil des MBA-Reports alles über die Situation von Absolventen deutscher MBA-Studiengänge.

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