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Landesbanken – Quo vadis?

Stell dir vor, die Landesbank ruft – und keiner kommt! Die aktuellen Geschehnisse machen Landesbanken als Arbeitgeber nicht gerade attraktiv, oder doch?

Im Kampf um die besten Köpfe können die Banken der verschiedenen Banking-Segmente auf den unterschiedlichsten Gebieten punkten. Die deutschen Landesbanken haben dabei seit langem einen großen Nachteil: ihr altbackenes Image.

“Manche Banker aus Großbanken befürchten, dass es in den Landesbanken zu traditionell zugeht”, beschreibt Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger MJ Consult, Junges & Schüller Personalberatung, das Image, das Landesbanken noch immer bei vielen Brancheninsidern haben.

Ein Image, das sich angesichts des weltweiten Subprime-Bebens im Finanzsektor eigentlich zum Vorteil entwickeln könnte: “Die traditionellen und soliden Häuser gewinnen durch solche Entwicklungen natürlich bei potenziellen Arbeitnehmern an Ansehen”, weiß Junges.

Probleme hausgemacht

Doch leider sind da die hausgemachten Probleme der Landesbanken. Denn der Sektor fährt derzeit in unruhigem Fahrwasser: Die wegen riskanter Subprime-Geschäfte in finanzielle Probleme geratene SachsenLB wird von der Stuttgarter LBBW geschluckt, die SaarLB konzentriert sich künftig auf bestimmte Kerngeschäftsbereiche.

Doch am Ärgsten hat es die WestLB erwischt. Nach unrühmlichen Fehlspekulationen mit VW-Vorzügen, die den Düsseldorfern dreistellige Millionenverluste bescherten, kündigte die WestLB nun weitere bedeutende Verluste in Folge der Subprime-Krise an. Als Folge wird ein Sparprogramm mit rund 600 geplanten Entlassungen kolportiert, kein sanftes Ruhekissen für die Mitarbeiter!

Wenig überraschend, dass deren Loyalität zum Arbeitgeber abnimmt: “Sicherlich befinden sich die Banker der von der Finanzkrise, insbesondere auch der WestLB, in einer unsicheren Situation und zeigen sich grundsätzlich wechselbereiter als noch vor einigen Monaten”, berichtet Personalberater Junges.

Banker werden abgeworben

Viele seiner Kollegen nutzen diese Gelegenheit und versuchen, die offenen Stellen anderer Banken mit WestLB-Bankern zu füllen. Erfolgreich dabei war beispielsweise die DZ Bank, die 2007 bereits mindestens 18 Aktienhändler der WestLB abwarb – zuletzt Roland Ullrich, zuvor Leiter des globalen Aktiengeschäfts der Düsseldorfer.

Die Situation nicht gerade beruhigen dürfte auch das politische Gezerre um eine eventuelle Fusion der WestLB mit der LBBW. Die Sparkassen wollen die Super-Landesbank, NRW-Ministerpräsident Rüttgers stellt sich quer. “Die Politik in NRW läuft Gefahr, die WestLB zu Grunde zu richten”, befürchtet Junges weitere negative Auswirkungen auf das Düsseldorfer Institut.

Doch unabhängig davon, ob die LBBW mit den Düsseldorfern fusionieren, oder ob es gar zu dem auch schon in Rede stehenden Zusammengehen der Stuttgarter mit der BayernLB kommt – die LBBW ist wohl der Gewinner der Situation und damit Spitzenreiter im Kampf um die Talente. “Das aktuelle Geschehen führt zu einer gestiegenen Wertschätzung des Konglomerats LBBW”, weiß Junges um das steigende Ansehen der Stuttgarter unter Bankern.

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