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Wechselbereitschaft trotz Krise

Deutsche Manager sind zunehmend bereit, kurz- bis mittelfristig ihren Arbeitgeber zu wechseln. Die Führungskräfte der Finanzbranche bilden da keine Ausnahme. “Offensichtlich haben die Manager das typisch deutsche Sicherheitsdenken über Bord geworfen”, so Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company.

Sein Unternehmen hat im Rahmen einer Managerbefragung herausgefunden, dass 23,5 % der Führungskräfte von Finanzdienstleistungsunternehmen bereit sind, kurzfristig ihren Job zu wechseln. Einen kurz- bis mittelfristigen Wechsel ziehen mehr als zwei Drittel der befragten Manager der Finanzbranche in Betracht: Mit 68 % liegt der Prozentsatz trotz Finanzkrise nur knapp unter dem branchenübergreifenden Schnitt von 75 %.

Auf der obersten Führungsebene, wo Jobwechsel zumeist unfreiwillig vonstatten gehen, zeigen sich die Banken hingegen als beinahe sicherer Hafen: Laut “CEO-Succession”-Studie der Strategieberatung Booz & Company war die Bankenbranche weltweit nur auf Rang 7 was den Wechsel ihrer CEOs angeht – der Finanzkrise zum Trotz.

Vier bis fünf Arbeitgeber im Leben

Bei der überwiegenden Mehrheit der deutschen Manager jedenfalls ist in den letzten Jahren die Wechselbereitschaft deutlich angestiegen. Ein Trend, den auch Fabiano Maturi, Gründer und Geschäftsführer des Karrieredienstleisters Placement24, bestätigt: “Vor über zehn Jahren wechselte eine Führungskraft durchschnittlich dreimal im Leben den Arbeitgeber. Heute schon vier- bis fünfmal mit steigender Tendenz.”

Der Grund scheint auf der Hand zu liegen: Der LAB-Studie zufolge versprechen sich 89 % der Befragten durch einen Wechsel des Unternehmens einen beruflichen Vorteil. “Karrieresprünge innerhalb der Firma sind bedeutend schwerer”, urteilt ein Studienteilnehmer stellvertretend. Dabei erzielen Führungskräfte, die ihre Karriere innerhalb ihres Unternehmens absolviert haben, bessere Ergebnisse als externe.

“Die Bedeutung einer langfristigen Planung in der personellen Besetzung der Führung aus den eigenen Reihen steigt”, schließt Stefan Eikelmann, Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Booz & Company daraus. Denn die Zahl geeigneter Kandidaten für Führungspositionen im Unternehmen ist naturgemäß begrenzt. “Hier sind Unternehmen mehr denn je gefordert, ihre Top-Talente zu entwickeln und zu halten. Dies gehört in die Zielvereinbarung des Top Managements.”

Auch Fabiano Maturi von Placement24 rät, die Aufstiegsmöglichkeiten in den Unternehmen zu verbessern: “Wer seine Führungskräfte halten möchte, sollte daher auch Wechsel im Unternehmen ermöglichen, um so für Veränderung zu sorgen.” LAB-Geschäftsführer Klaus Aden fasst abschließend zusammen:”Es führt kein Weg mehr an der Erkenntnis vorbei, dass Binden und Gewinnen der besten Mitarbeiter zu einer strategischen Überlebensfrage geworden ist”.

Kommentare (1)

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  1. Leider hat man öfter das Gefühl, dass die Unternehmen sich mehr Gedanken machen, wie sie ungeliebte Mitarbeiter loswerden als dass sie über Strategien zum Halten von Führungskräften nachdenken.

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