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Gestatten: Frankenstein

Jetzt ist es raus – in jedem Banker steckt ein Frankenstein. Erinnern wir uns: Im 200 Jahre alten Buch von Mary Shelley schuf der junge Schweizer Viktor Frankenstein ein Monster, das zunächst eher zufällig, später aber absichtlich, Menschen umbringt.

Die modernen Frankensteins sind die Banker, das Monster der Jetztzeit, welches sie schufen, sind die Finanzmärkte. Das zumindest erklärte jetzt Bundespräsident Horst Köhler. In einem Stern-Interview äußerte Köhler die Ansicht, dass die Weltfinanzmärkte kurz vor einem Zusammenbruch gestanden hätten. “Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss.”

Während aber Frankenstein seine Kreatur mit voller Absicht schuf, müssen sich die Banker keinen Vorsatz auf die Fahnen schreiben. Köhler zufolge machten sie aus den Finanzmärkten ein Monster, weil sie schlicht und ergreifend nicht wussten, was sie taten.

Überkomplexität schuf Monster

Die Derivate, die sie schufen, hätten sie nämlich am Ende selbst nicht mehr verstanden: “Die Überkomplexität der Finanzprodukte und die Möglichkeit, mit geringstem eigenem Haftungskapital große Hebelgeschäfte in Gang zu setzen, haben das Monster wachsen lassen”.

Einen großen Unterschied zu Shelleys Original-Frankenstein gibt es übrigens: Der stirbt nämlich letztendlich beim Versuch, “sein” Monster wieder einzufangen. Zumindest in Deutschland werden die am ärgsten betroffenen Banken jedenfalls im Moment mit viel Geld am Leben erhalten und die meisten Arbeitsplätze der Monster-Banker bleiben bestehen.

Fühlen Sie sich auch wie ein Frankenstein, der aus maßloser Selbstüberschätzung ein Monster schuf und nicht klug genug war, es im Zaum zu halten?

Kommentare (5)

Comments
  1. Auf jeden Fall findet da eine masslose Selbstueberschaetzung statt bei den Bankern, aber sie als Monster und Frankensteine zu bezeichnen, das geht doch zu weit!

  2. Endlich mal ein wahes Wort voon unserem Herrn Bundespraesidenten, Bravo, sehr mutig von ihm, die Banker so offen und mit drastischen Vergleichen an den Pranger zu stellen.

  3. Ich finde auch, dass das zu weit geht! Mal wieder eine typisch deutsche total ueberzogene Diskussion, die hauptsaechlich nur von Neid getrieben ist und von wahren Untatern ablenken soll, nur peinlich!

  4. na ich würde sagen der getroffene hund bellt:)

  5. Jetzt wird aber mal mächtig auf “den bösen Bankern” rumgehackt – solange wir alle reich gemacht haben, hatte keiner was zu mosern. Verteufelt wird nur, was nicht mehr gebraucht wird…

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