Aufstand der UBS-Aktionäre in Basel: Alte Garde wird nicht entlastet - Vergütungsbericht knapp angenommen

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Der alten Garde um den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel und die UBS-Chefs Peter Wuffli und Marcel Rohner verweigerten die Aktionäre bei der Generalversammlung der Bank in Basel die Entlastung (Décharge). Das Ergebnis wurde unter frenetischem Applaus von den Aktionären begrüßt.

Obgleich sich der heutige Verwaltungsratsvorsitzende Kaspar Villiger - trotz Bedenken - nachdrücklich für eine Décharge ausgesprochen hatte, stimmten 52,9 Prozent der anwesenden Aktionäre gegen eine Entlastung für 2007. Nur 45,9 Prozent stimmten dafür, der Rest enthielt sich der Stimme.

Rekordbeteiligung bei Generalversammlung

Dagegen sprachen sich für 2008 77,3 zu 21,6 Prozent und für 2009 85 zu 14 Prozent für eine Décharge aus. Bei der Veranstaltung in Basel waren rund 4700 Aktionäre anwesend, die über 64,4 Prozent alle Stimmen verfügten. Damit wurde auf der diesjährigen Generalversammlung ein Rekordwert erreicht.

Durch die unterbliebene Décharge sind die alten UBS-Granden um Marcel Ospel, Peter Wuffli und Marcel Rohner vor persönlichen Klagen nicht geschützt. Der jetzige Verwaltungsratspräsident Villiger unterstrich indes, dass er die Erfolgschancen derartiger Klagen als nur sehr gering einschätze. Villiger selbst wurde mit 96 Prozent im Amt bestätigt.

Ohrfeige beim Vergütungsbericht

Auch bei der Abstimmung über den Vergütungsbericht mussten Villiger und Grübel zumindest eine Ohrfeige einstecken. Denn die Aktionäre sprachen sich lediglich mit einer knappen Mehrheit von 54,7 Prozent für den Vergütungsbericht aus; 38,4 Prozent stimmten mit Nein und 5,9 Prozent enthielten sich der Stimme.

Trotz des schlechten Abstimmungsergebnisses dürfen die betroffenen Mitarbeiter aufatmen, da die Vergütungen für 2009 nach dem Entscheid rechtmäßig sind. Die Abstimmung über die Vergütungsbericht hatte rein rechtlich gesehen keine bindende Wirkung, sondern war lediglich "konsultativ". Allerdings hätte eine Abstimmungsniederlage die heutige UBS-Spitze laut Meinung von Beobachtern nachhaltig beschädigt und die Bank im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter nachhaltig in Schwierigkeiten gebracht.

Villiger betonte mehrfach, dass auch die UBS nur bestehen könne, wenn sie marktübliche Vergütungen zahlen würde. Diese seien nun einmal höher als in der Realwirtschaft.

Unter den dutzenden an Kleinaktionären, die sich bei der Veranstaltung zu Wort meldeten erntete diese Einstellung indes nur Unverständnis. "Was macht Manager so unverzichtbar, dass sie hundertmal mehr verdienen als ein normaler Angestellter", kritisierte ein Redner. Wiederholt wurden auch die hohen Bonuszahlungen trotz schlechter Geschäftszahlen beanstandet.

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