Banker können es besser

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Schrie die Bankenbranche vor einigen Wochen noch nach staatlicher Hilfe, haben die Finanzprofis inzwischen ihr Selbstbewusstsein wieder gefunden: "Wir brauchen keine stärkere staatliche Regulierung, da wir selbst mit den Herausforderungen fertig werden", verkündete Josef Ackermann in seiner Funktion als Vorsitzender der internationalen Bankenvereinigung "Institute of International Finance" (IIF).

Der Deutsche Bank-Chef präsentierte die Zwischenergebnisse eines Berichts des IIF, mit dem die Bankenvereinigung auf Tendenzen in der Politik reagiert, die Finanzbranche stärker kontrollieren zu wollen. Solchen Überlegungen will der IIF mit Hilfe eines Verhaltenskodexes eine klare Absage erteilen.

Ackermann und der IIF sehen die Ursache für das weltweite Um-sich-Greifen der Finanzkrise, als deren Folge der IWF Verluste von bis zu 945 Mrd. € befürchtet, in zu geringer Transparenz innerhalb der Branche, aber auch in zu starrer Anwendung der neuer Bilanzierungsregelungen IFRS.

Alternative Bewertungstechniken

Durch IFRS werde in Krisenzeiten die Bewertung von Assets erschwert, wodurch sich die Turbulenzen noch verstärkten. Als Lösung fordert der IIF für Krisenzeiten die Möglichkeit, alternative Bewertungstechniken anwenden zu dürfen.

Die Branche selbst müsse transparenter werden, unter anderem in der Gestaltung der Vergütungsstrukturen. Zudem soll ein Überwachungsgremium die Schwachstellen in der internationalen Finanzwirtschaft offen legen.

Mit solcherlei Maßnahmen will die Branche den Kehraus der Krise selbst in die Hand nehmen: "Wir sind entschlossen, unser Haus selbst sauber zu machen und es nicht den Regulierern zu überlassen", so Josef Ackermann. Denn für den Weg aus der Krise und zurück zum Vertrauen bedarf es nach Meinung der Branchenauguren kein Eingreifen durch die Politik oder die Finanzaufsicht - weil die Banker es besser können!

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