☰ Menu eFinancialCareers

Ackermanns Bonus-Verzicht macht Politiker zornig

Mitten in der Finanzkrise verkündet Josef Ackermann via “Bild am Sonntag” auf seinen Bonus für das laufende Geschäftsjahr verzichten zu wollen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank will ein Zeichen dafür setzen, dass sich nun auch die Topmanager in Bescheidenheit üben, so wie es Politiker seit Tagen fordern.

Doch gerade die reagieren mit Unverständnis: “Dass der überhaupt glaubt, er hat einen Bonus in diesem Jahr verdient”, empörte sich die Bündnis-Grüne-Fraktionsvorsitzende Renate Künast am Freitag im Bundestag während der Debatte um das Rettungspaket der Bundesregierung.

SPD-Fraktionsschef Peter Struck ging mit den Topbankern ebenfalls hart ins Gericht. “Die Arroganz der Banker wird ein für alle Mal zu Ende sein müssen. – Diese Herren haben getan, als spielten sie ein gewaltiges Monopoly.”

Ackermanns Verzicht tat Struck als “reine Schauveranstaltung” ab. “Wir brauchen nicht nur neue Regeln, wir brauchen eine moralische Erneuerung”, so Struck.

Tatsächlich verzichten nur Ackermann und einige Vorstandskollegen auf die Erfolgsprämie. Von den mächtigen Investmentbankern in London mit dem Inder Anshu Jain an der Spitze war dagegen keine Rede.

Noch vor drei Jahren kokettierte der Schweier in einem Interview, dass er gemessen am Gehalt nur “die Nummer 14” in der Bank sei. Von einem Verzicht der 13 Angestellten vor ihm ist aber keine die Rede. Dabei gibt es auch in Großbritannien öffentliche Forderungen nach einer Begrenzung der Managergehälter.

Ackermann muss aufpassen, dass ihm diese gut gemeinte Geste nicht erneut als Überheblichkeit ausgelegt wird. Schließlich ist es noch nicht so lange her, dass er mit einer unbedachten Geste – dem “Victory”-Zeichen zu Beginn des Mannesmann-Prozesses – zur Zielscheibe der Öffentlichkeit geworden ist.

Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass diese via Bild platzierte PR-Maßnahme in einem neuen PR-Desaster enden wird.

Kommentare (1)

Comments
  1. Leider haben die Analysten, mithin Banker und besonders Investmentbanker mitunter durch das Studium
    “Financial Engineering” eine inoperabel infantile Abstraktions-Schulung
    durchlaufen und gleichzeitig den Domino-Effekt der Globalisierung verkannt.

    Insofern ist im gedanklichen Glasperlenspiel der “Stochastischen Entscheidungsprozesse, mithin Markov-Ketten” die Aussage von
    Herrn Dr. Ackermann nur konsequent.

    Quod licet Ivoi, non licet bovi.

    Eine alte Weisheit, aber auch sehr traurig.

    Leider ist der Intellekt der derzeitigen Politiker zu gering,
    um gegen die Finanzwelt zu bestehen. Sie können lediglich
    mal wieder Muh machen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Alexander Köhler
    (Dipl.-Wi.-Ing.)

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier