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Jammern zwecklos: Wieso die UBS-Investmentbanker zu Recht weniger Geld verdienen

Bei den UBS-Investmentbankern scheinen die Nerven blank zu liegen. Nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) soll Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter auf die wiederholte Forderung seiner Mitarbeiter nach mehr Geld kurz und knapp geantwortet haben: “Das kriegt Ihr einfach nicht.”

“Er sagte uns, dass Banker wie verwöhnte Kindern seien und dass wir es gewesen wären, die den Laden heruntergewirtschaftet hätten”, zitiert das WSJ einen ungenannnten Banker, der mittlerweile die UBS verlassen hat. “Sie beenden das Telefonat und denken nur, wie kann ich hier weiter bleiben.”

So hat das WSJ auch eine Liste zusammengestellt, wonach 81 Führungskräfte des Investmentbankings seit 2006 der Schweizer Grossbank den Rücken gekehrt haben.

Die Unzufriedenheit mit der Bezahlung lässt sich auch nachvollziehen. So hat die UBS in 2010 massenweise Leute eingestellt. Die Mitarbeiterzahl stieg im Investmentbanking um 1255 Vollzeitkräfte auf 17.628 Mitarbeiter Ende März 2011, was ein Plus von 8 Prozent bedeutet.

Trotz der Einstellungswelle strich die UBS die Personalkosten in der Sparte um 6 Prozent auf 1,871 Mrd. Franken zusammen. Für jeden Investmentbanker gab das Institut im ersten Quartal durchschnittlich 106.138 Franken aus. Damit kassierte jeder Beschäftigte gut 15.000 Franken oder 12,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit in der Bank wächst.

Allerdings stellt sich die Frage, womit die Investmentbanker des Hauses eine üppigere Bezahlung rechtfertigen können. Denn die Quartalszahlen fielen zuletzt höchst bescheiden aus. So purzelte der Vorsteuergewinn im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 835 Mio. Franken. Jeder Investmentbanker generierte somit lediglich einen Vorsteuergewinn pro Kopf von 47.368 Franken. Das Regenmachen erweist sich damit eher als leichtes Plätschern.

Damit schnitten die UBS-Investmentbanker deutlich schlechter ab als die Kollegen vom Lokalrivalen Credit Suisse, die zumindest einen Vorsteuergewinn pro Kopf von 64.567 Franken generierten. Doch auf welches Provinzniveau die UBS zurückgefallen ist, zeigt sich erst recht, wenn das Institut mit der wesentlich kleineren Konkurrentin aus München verglichen wird.

Die Hypo Vereinsbank (HVB) spielt zwar nicht in Weltliga der Investmentbanken mit und schneidet doch deutlich besser als die UBS ab. Die gerade einmal 2200 Investmentbanker in München erwirtschafteten einen Vorsteuergewinn von 885 Mio. Euro (1,1 Mrd. Franken). Damit generierten die HVB-Investmentbanker pro Kopf immerhin die Kleinigkeit von 402.272 Euro (506.000 Franken), was mehr als das zehnfache der UBS-Kollegen ist.

Aus dem schwachen Ergebnis kann die UBS nur drei Konsequenzen ziehen: Entweder sie streicht die Vergütungen der Mitarbeiter rigoros zusammen, sie baut kräftig Stellen ab oder die Investmentbanker machen endlich wieder Regen – worin schliesslich ihr Job besteht.

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