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Sind amerikanische Banker vom Mars, europäische von der Venus?

Die US-amerikanische Internetseite Bankersball.com veröffentlichte einen E-Mail-Dialog zwischen Daniel Loeb, Managing Director des New Yorker Hedge Fonds Third Point LLC, und Alan Lewis, Managing Director der Londoner Sthenos Capital Ltd. und Bewerber für einen Job bei Third Point.

Der Inhalt kurz zusammengefasst: Loeb fragt Lewis sofort nach seinen besten Investment-Ideen. Lewis antwortet, dass er an dieser informellen Art des Gesprächs kein Interesse habe und sich darauf freue, wieder mit Loeb in Kontakt zu treten, wenn dieser mehr Zeit für ihn habe. Loeb antwortete daraufhin, Briten seien “sehr festgefahren und ziehen es vor, sich im Pub einen hinter die Binde zu gießen und am Wochenende auf die Jagd zu gehen, anstatt hart zu arbeiten”.

Sind Europäer wirklich faule Typen mit einer Neigung zum Alkoholismus? Allyson Stewart Allen, Autor des Buches “Arbeiten mit Amerikanern” sieht hierin ein typisches Missverständnis: “Amerikaner und amerikanische Unternehmen sind extrem zeitempfindlich und tun alles, was sie tun, mit einer gewissen Dringlichkeit”, so die Autorin. “Jeder, der ein Glas Wein zum Mittagessen trinkt, ist daher verdächtig ein Alkoholiker zu sein, weil ihn das am Nachmittag weniger produktiv machen könnte.”

Doch wenn überhaupt, dann arbeiten die Europäer in Wirklichkeit “härter” als ihre US-Kollegen – das zumindest behauptet eine amerikanischer Derivate-Händlerin, die seit einigen Jahren von London aus tätig ist. “In den Londoner Handelssälen wird länger gearbeitet als in New York, weil sie auf mehrere Zeitzonen ausgerichtet sind. Londoner Händler kommen in der Frühe, um die asiatischen Märkte abzudecken und bleiben bis spät abends, um die US-Märkte mitzunehmen.”

Obwohl Loeb und Lewis (der tatsächlich Halb-Amerikaner und Halb-Franzose ist) sich im Rest ihres E-Mail-Dialogs gegenseitig hingebungsvoll Beleidigungen um die Ohren werfen, die vom europäischen Adel bis zum unbedingten amerikanischen Shareholder Value reichen, ist die britische Mentalität dennoch den Worten der Händlerin zufolge viel näher an der amerikanischen als der anderer europäischer Staaten: “Franzosen und Deutsche haben eine völlig andere Arbeitsethik.” Wie diese ihrer Meinung nach genau aussieht, wollte sie jedoch nicht sagen.

· Lesen Sie hier den gesamten E-Mail-Dialog

Kommentare (1)

Comments
  1. Ha, als Engländer, der für amerikanische Banken in Großbritannien gearbeitet hat und nun in Paris lebt, kann ich total nachvollziehen, warum sich die zwei an die Gurgel gesprungen sind. Franzosen machen normalerweise einen aufgeblasenen Eindruck, finde ich (und ich kann das sagen, denn ich bin mit einer Französin verheiratet!) Und der Amerikaner hat diese typische Einstellung: “Alle britisch versnobten/europäischen Banker sind auf teure Privatschulen gegangen und Mitglieder in traditionellen Gentlemen Clubs und verbringen den ganzen Tag in einem Pub”.

    Sie sind beide dämlich, der Franzose, weil er einen auf typisch überheblich macht “wir machen das hier so nicht” und der Amerikaner, weil er naiv genug ist, zu glauben, dass die Franzosen und Engländer genauso arbeiten wie die Amerikaner…

    Bringt die Streithähne zur Vernunft und lasst sie in der Ecke stehen, falls sie sich weiter wie Kinder zanken!

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