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Erfahrungsbericht: Arbeiten am Finanzplatz Liechtenstein

Die Zeiten Liechtensteins als Steueroase sind gezählt. Dennoch geht die Erfolgsgeschichte des winzigen, aber exquisiten Finanzplatzes weiter. So ist das Großfürstentum seit dem Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum 1996 mit seiner EU-kompatiblen Gesetzgebung zu einem nennenswerten Fondstandort avanciert.

Mittlerweile werden in dem Land insgesamt rund 37 Mrd. Franken (etwa 25 Mrd. Euro) in 583 Fonds verwaltet. Ein Vorteil sind die kurzen Wege zu einer Fondszulassung, die eher ein individuelles Fondsdesign erlauben, meint der Präsident des Liechtensteinischen Anlagefondsverbandes Matthias Voigt. Damit profiliert sich das Fürstentum als exklusiver Produktionsstandort für diese Anlagevehikel. “Liechtenstein ist kein Großhandel, sondern eher eine Boutique”, ergänzt Voigt.

Attraktiv für internationale Expertenteams

Der kleine Finanzplatz zieht auch Spezialisten wie Raimund Schäfer (Name von der Redaktion geändert) aus Deutschland an, der seinen Job als Finanzanalyst in Deutschland zugunsten Liechtensteins aufgegeben hat. Jetzt arbeitet er in einem zehnköpfigen Team mit zwei weiteren Landsleuten sowie mit Experten aus Hongkong, der Ukraine und der Schweiz zusammen.

Der Fonds, für den Schäfer arbeitet, orientiert sich an der Global Makro-Strategie. Demnach wird das Geld institutioneller Investoren in sämtlichen Märkten über diverse Assetklassen hinweg investiert – eben dort, wo die stärksten Marktbewegungen vorherrschen.

Deutsche müssen im Ausland wohnen

Ein wichtiger Standortvorteil Liechtensteins besteht laut Schäfer in einem kleinen steuerrechtlichen Unterschied. So muss in dem Fürstentum nicht angegeben werden, aus welchen der einzelnen Transaktionen des Fonds die Gewinne stammen, was eine deutliche Vereinfachung darstellt.

Doch es gibt auch Sonderbarkeiten Liechtensteins, mit denen sich ausländische Arbeitnehmer zu arrangieren haben. Deutsche Staatsbürger dürfen in dem Kleinstaat zwar arbeiten, aber nicht sogleich wohnen. Daher hat sich Schäfer ein Domizil auf der anderen Rheinseite im Schweizer Kanton St.-Gallen mit einem attraktiven Ausblick gesucht:. “Ich kann von zuhause aus dem Fürsten zuwinken.”

Kommentare (1)

Comments
  1. Die eigentlich interessante Frage lautet doch eher: Wieviel lässt sich in Liechtenstein verdienen und was kommt netto dabei raus????

    Außerdem stelle ich mir die Unterhaltungsmöglichkeiten eher begrenzt vor(!)

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