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Deutsche Börse plant Kahlschlag bei Clearstream: Frankfurter Arbeitsplätze gehen nach Prag

370 Stellen in Luxemburg und Frankfurt will die Deutsche Börse AG abbauen. Davon sollen lediglich rund 100 Arbeitsplätze gänzlich wegfallen, der Hauptteil wird indes an den Konzernstandort Prag verlagert, wie das Unternehmen jetzt mitteilte.

Mit dem Sparprogramm will die Deutsche Börse AG ihren Aufwand bis 2013 um jährlich 100 Mio. Euro verringern. Dabei soll jeweils ein Drittel des Stellenabbaus in 2011, 2012 und 2013 erreicht werden. Die Kosten für die Umsetzung bezifferte der Börsenbetreiber auf insgesamt 200 Mio. Euro.

Verhandlungen mit dem Betriebsrat stehen noch aus

“Im Rahmen des Programms wird das Unternehmen Prozesse weiter optimieren und sich noch stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Zudem wird die Gruppe Deutsche Börse auch operative Funktionen innerhalb der Europäischen Union neu verteilen”, hieß es in einer Mitteilung.

Clearstream beschäftigt 1400 Mitarbeiter in Luxemburg

Im Fokus der Einsparmaßnahmen steht Clearstream International, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Von des insgesamt 1600 Mitarbeitern sind allein 1400 im Großherzogtum beschäftigt. Wie viele Stellen am Standort Luxemburg wegfallen werden, wollte die Deutsche Börse AG noch nicht beziffern. Vorerst müssten die Verhandlungen mit den Betriebsräten in Luxemburg und Frankfurt erfolgen. Einen zweiten Schwerpunkt der Sparmaßnahmen legt die Deutsche Börse auf den IT-Bereich.

Der Hautteil der betroffenen Arbeitsplätze wird laut Unternehmensangaben nach Prag verlagert. In der tschechischen Hauptstadt arbeiten bereits heute etwa 250 Mitarbeiter für die Deutsche Börse AG in den Bereichen Clearstream und IT.

Unruhe unter den Arbeitnehmern

Auch die Arbeitnehmer in Luxemburg sind von der Nachricht überrascht worden, wie der Präsident der Arbeitnehmervertretung Aleba Marc Glesener sagte. Die Unruhe unter den Beschäftigten sei groß. Nähere Informationen erhofft sich Glesener von der Sitzung des gemischten Betriebsrates am kommenden Freitag. Dabei handelt es sich um ein paritätisch mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetztes Gremium.

Bei der Mitteilung der Deutschen Börse handelt es sich um eine sogenannte Adhoc-Meldung. Börsennotierte Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, kursrelevante Informationen sofort zu veröffentlichen.

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