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Banking macht krank – oder nicht?

Unter Berufung auf eine Studie der DAK beklagt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di steigende Gesundbelastungen für Banker. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong wirft den Banken vor, die Maximierung ihrer Rendite dank zahlreicher Entlassungen auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen.

“Die Beschäftigten, die verblieben sind, müssen einen guten Teil der Arbeit miterledigen von den Kollegen, die per Aufhebungsverträgen aus den Unternehmen herausgedrängt wurden”, so Foullong in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Arbeitsbelastung und der Leistungsdruck seien erheblich, wie die Krankenstatistik belege. “Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist seit 1998 um 39 % gestiegen. Das ist alarmierend”.

Ein Blick in den “BKK Gesundheitsreport 2008” des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen belegt jedoch, dass Banker im Branchenvergleich eher gesund leben: Mitarbeiter von Banken und Versicherungen hatten wie in den Vorjahren mit 9,5 Tagen die geringsten Fehlzeiten, allerdings wurden hier in Übereinstimmung mit dem gesamtwirtschaftlichen Trend die beiden Vorjahreswerte (9,2 bzw. 9,3 Tage) leicht überschritten.

Psychische Erkrankungen unter Durchschnitt

So hält Carsten Rogge-Strang, Geschäftsführer Tarifpolitik beim Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes, die kausale Verkettung von Umstrukturierungen im Finanzgewerbe und dem Anstieg psychischer Erkrankungen für undifferenziert. “Das Bankgewerbe ist nach wie vor die Branche mit dem niedrigsten Krankenstand, die Zahl psychischer Erkrankungen bewegt sich deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.”

In der Zeitschrift “Die Bank” erklärt er die Zunahme psychischer Erkrankungen für eine Folge technischer, statistischer und gesellschaftlicher Faktoren. Dass die Gesundheitssituation in Banken dennoch tendenziell als etwas schlechter wahrgenommen wird, liegt Rogge-Strang zufolge unter anderem daran, dass Banken meist gemeinsam mit den Versicherungen als eine Wirtschaftsgruppe dargestellt werden.

“Diese Zusammenfassung liefert beim Krankenstand jedoch verzerrte Ergebnisse”. So lägen die Ausfalltage im Kredit- und Versicherungsgewerbe 2006 deutlich höher als im Kreditgewerbe für sich genommen. Das gelte noch mehr für psychische Erkrankungen.

Kommentare (1)

Comments
  1. Jetzt wo ichs so lese -. ich fühl mich schon ganz krank…

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