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M&A-Gehälter: Anstieg für europäische Nachwuchskräfte und US-Seniors

Sie wollen gutes Geld in den Bereichen M&A und Corporate Finance verdienen? Jetzt ist eine gute Zeit, um entweder eine Nachwuchskraft in Europa mit einigen Jahren Erfahrung zu sein oder aber ein Senior-Banker mit einer großen Kundenkartei in den USA.

Während in den Vereinigten Staaten der Mergers & Acquisitions (M&A)-Markt wuchs und gedieh, welkte der europäische Sektor vor sich hin. Im ersten Quartal 2005 sanken die Transaktionen mit europäischer Beteiligung im Vergleich zu 2004 um nahezu 30%. Da ist es wenig überraschend, dass auf Corporate Finance spezialisierte Personalvermittler von einer recht lustlosen Nachfrage nach erfahrenen M&A-Kräften berichten. Doch der Markt für Nachwuchskräfte ist in Kontinentaleuropa noch immer ebenso lebhaft wie die Gehälter.

“Im Moment gibt es eine große Nachfrage nach Analysten und Partnern mit zwei- oder dreijähriger Berufserfahrung,” berichtet Andrew Morland, Berater beim Recruiter EM Finance. “Banken aus der ersten Reihe picken sich die Rosinen unter den Angestellten von Banken aus der zweiten oder dritten Reihe heraus, die diese angestellt haben, als sie in den Jahren 2001 und 2002 entlassen wurden.”

Diese Nachwuchs-“Corporate Financiers” waren im Jahr 2004 die finanziell erfolgreichsten. “Junior-Partner wurden in der letzten Bonus-Runde gut versorgt und verzeichneten Gehaltssteigerungen gegenüber 2003,” erläutert ein Londoner Personalberater. “Einige Banken haben unglaublich gut bezahlt”.

Eine Umfrage unter 150 Nachwuchs-Corporate Financiers in London ergab für Partner im ersten Berufsjahr Gesamtgehälter von bis zu 100.000 britischen Pfund (146.000 Euro) im Jahr 2004. Zwei Jahre Berufsehrfahrung brachten bis zu 150.000 britische Pfund (220.000 Euro), mit dreijähriger Erfahrung konnten bis zu 200.000 britische Pfund (292.000 Euro) verdient werden.

Morland berichtet von durch diese Entwicklung hervorgerufenen Problemen mit den Vice Presidents (VPs), die die Einkommensschere zwischen sich und den weniger erfahrenen Partnern zuklappen sehen.

Recruitern zufolge sind die europäischen Banken aber weniger an Corporate-Finance-Kräften mit dem Rang eines VPs oder darüber interessiert. Patrick von Pfetten von der deutschen Personalberatungsfirma Von Pfetten & Kollegen beobachtet eine begrenzte Nachfrage in Deutschland: “M&A-Banker sind derzeit in einer schwierigen Lage”. Jürgen Merkel, Managing Director bei MB Consulting in Frankfurt, erhält viele Lebensläufe von VPs, findet aber einfach keine Jobs für sie.

Überkapazitäten bleiben Merkel zufolge ein Problem. “Es gibt einfach nicht genug M&A-Deals um alle diese Leute zu ernähren.” Die Banken reduzieren noch immer Personal. JP Morgan verkündete im November den Abgang von 150 Investment Bankern, unter den 6.000 Entlassungen der Deutschen Bank finden sich wohl etliche Corporate Financiers, und auch Citigroup und UBS setzen Headhuntern zufolge diskret einige Angestellten vor die Tür. “Die Banken trainieren Fett ab, aber sie machen das in aller Stille,” berichtet einer.

Wall Street: Lange Garantien

Im Gegensatz dazu erscheint der M&A-Markt in den USA deutlich gesünder. Nach einem Anstieg um 50% in 2004 stieg der Wert der M&A-Transaktionen dem Datendienst Thomson Financial zufolge im ersten Quartal 2005 um weitere 4%.

Headhunter berichten, dass die Banken an der Wall Street aus diesem Grund nach Personal suchen. Sie brauchen Top-Managing-Directors in den Bereichen M&A und Corporate Finance und bieten unglaublich gute Bezahlung dafür.

“Banken suchen nach Arbeitskräften auf Senior-Ebene, sowohl für die Durchführung von Geschäften als auch für die Akquisition,” berichtet Peter Gonye, stellvertretender Leiter des Investmentbankings und Private Equity bei Spencer Stuart in den USA. “Mehr und mehr Neueingestellte kriegen ihre Bonuszahlungen für zwei oder drei Jahre garantiert, und die Gehälter beginnen wieder zu steigen.”

“Für diejenigen, die bestehende Kundenbeziehungen mitbringen, ist der Preis kein Problem,” berichtet Linda Bialecki, Präsident von Bialecki Inc, einer auf Corporate Finance spezialisierten Personalvermittlung in New York City.

Kehren die Banken also zu ihrer verschwenderischen Politik der 90-er Jahre zurück? Bialecki verneint dies. “Einige Banken tun dies, andere nicht.” Aber sie sagt, dass die, die es tun, es zu ihren eigenen Bedingungen tun.

Recruitern zufolge ist die Nachfrage nach Spezialisten für die Sektoren Finanzinstitute, Gesundheit, Rohstoffe und Verbrauchsgüter auf Senior-Ebene am stärksten.

Die aktuellen Neueinstellungen spiegeln den Appetit der Banken auf Top-Kräfte aus dem Corporate-Finance-Bereich wieder. HSBC warb im Februar Morgan Stanley zwei Managing Directors für sein Energie- und Versorger-Team ab. Im März stellte die Bank of America Andrew Bednar von Goldman Sachs als Leiter der M&A-Abteilung in den USA ein. Eine Sprecherin der Bank wollte Gerüchte nicht kommentieren, dass Bednar ein Vielfaches seines bisherigen Jahresgehaltes bekomme.

Das Interesse der Banken an Senior-Kräften im M&A-Sektor fällt Personalberatern zufolge zusammen mit einem sinkenden Appetit auf Nachwuchskräfte. “Im vergangenen Jahr gab es eine große Nachfrage nach Senior-Partnern und Junior-VPs,” berichtet einer von ihnen. “In diesem Jahr bekommen wir Anfragen für Senior-Banker mit großen Kundenkarteien.”

Doch die Nachwuchs-M&A-Banker dürften sich wohl nicht beschweren. Personalvermittlern zufolge wurden sie bereits im letzten Jahr gut bezahlt und sind überwiegend dort glücklich, wo sie jetzt sind. Die CSFB zum Beispiel bot 2004 ihren Partnern im dritten Berufsjahr garantierte Bezüge in Höhe von 300.000 US-Dollar (233.000 Euro). Doch die Gehälter lägen durchschnittlich sogar 25 bis 50% darüber. “Die Banken zahlten ihren Partnern mehr als die Garantiesummen,” berichtet ein Recruiter. “400.000 US-Dollar (310.000 Euro) waren für einen Partner im dritten Berufsjahr als Partner nicht ungewöhnlich.”

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