Was Ihre Karriere voranbringt: Alternativen zum CFA

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Wenn man der deutschen CFA-Society glaubt, dann handelt es sich beim Chartered Financial Analyst (CFA) um den "Goldstandard" unter den Fortbildungen in den Finanzdienstleistungen. Doch der Weg zu den begehrten drei Buchstaben ist lang und steinig. So wird der Lernaufwand auf 900 bis 1200 Stunden beziffert.

Überdies ist das CFA-Institut für seine rigorose Auslese berüchtigt. Denn seit Jahren liegt die Erfolgsquote der drei Einzelprüfungen durchschnittich bei jeweils etwa 45 Prozent. Das gesamte Programm schaffen indes lediglich rund 20 Prozent der Kandidaten. So mancher Kritiker hegt gar den Verdacht, dass das CFA-Institut bewusst nicht mehr Leute bestehen lässt, um den Marktwert der Qualifikation nicht zu verwässern.

Doch es gibt Alternativen zum CFA, die womöglich ihrer Karriere ebenso auf die Sprünge helfen. eFinancialCareers stellt einige Möglichkeiten vor, die sämtlich in Deutschland angeboten werden und nebenberuflich absolviert werden können.

Quelle: CFA Society

Chartered International Investment Analyst (CIIA)

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) hat sich vor einigen Jahren mit einigen ausländischen Fortbildungseinrichtungen zusammengetan, um mit dem CIIA eine international anerkannte Alternative zum amerikanisch dominierten CFA zu schaffen. Mithin richtet sich der CIIA auch an die gleiche Zielgruppe und verfügt über ähnliche Lerninhalte.

Die Kosten belaufen sich auf rund 12.000 Euro, was deutlich höher ausfällt als beim CFA. Dafür wird allerdings ein beträchtlicher Teil des Lernstoffes in Präsenzveranstaltungen vermittelt, die sich auf 250 Stunden belaufen. Insgesamt beziffert die DVFA den Lernaufwand auf 600 bis 700 Stunden. Dabei bestehen immerhin rund 75 Prozent der Teilnehmer die Prüfungen.

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Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA)

Der CAIA orientiert sich in seiner Organisation und in seinem Selbstverständnis am CFA und stammt ebenfalls aus den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Unterschied besteht in einem abweichenden Lerninhalt und einer anderen Zielgruppe. So ist der CFA-Lernstoff vergleichsweise breit angelegt. Dagegen konzentriert sich der CAIA auf die Vermittlung von Knowhow für alternative Investments wie Hedgefonds, Private Equity, aber auch Immobilien.

Da es sich wie beim CFA um ein reines Selbststudium handelt, fallen die Kosten für das Lernmaterial und die beiden Prüfungen mit rund 1800 Euro vergleichsweise moderat aus. Abweichend von dem "großen Bruder" sind indes die Durchfallquoten laut der CAIA-Society signifikant geringer als beim CFA.

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Certified Financial Planner (CFP)

Auch der CFP stammt wie der CFA aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, zielt jedoch in seinem Lernstoff eher auf das Private Banking und das Wealth Management. Da bei der privaten Vermögensverwaltung auch die Kenntnis nationaler Vorgaben steuerlicher und rechtlicher Art erforderlich sind, ist die Unterrichts- und Prüfungssprache Deutsch.

Die Frankfurt School of Banking and Finance, die ein entsprechendes Programm in Deutschland durchführt, beziffert die Kosten auf insgesamt knapp 15.000 Euro. Der Lernstoff wird unter anderem in 30 Präsenztagen vermittelt, wobei der Lernaufwand bei gut 1000 Stunden liege. Die Erfolgsquote belaufe sich bei jedem der beiden Prüfungs-Level auf etwa 70 Prozent.

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Certified Foundation and Estate Planner (CFEP)

Beim CFEP handelt es sich um eine Weiterentwicklung des CFP für die spezifischen Anforderungen bei Erbschaftsfragen und der Unternehmensnachfolge. "Da das sehr komplexe und juristisch anspruchsvolle Themen sind, hat man hier einen Spezialtitel entwickelt", erklärt Dr. Markus Gerhard, der bei der Fankfurt School für die berufsbegleitenden Programme verantwortlich ist.

Der Lernstoff für den CFEP wird u.a. an 20 Präsenztagen à 10 Arbeitsstunden vermittelt. Insgesamt beziffert die Frankfurt School den Arbeitsaufwand auf gut 700 Stunden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 9000 Euro und die Erfolgsquote bei der Abschlussprüfung betrage rund 70 Prozent.

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Renewable Energy Finance

Anders als bei den bisherigen Programmen steht hinter dem Renewable Energy Finance keine internationale Standesorganisation. Vielmehr handelt es sich um ein Programm, das die Frankfurt School im Zusammenarbeit mit den Banken entwickelt hat, um den Bedürfnissen der Branche zu entsprechen. Laut Gerhard handelt es sich bei den erneuerbaren Energien um ein interessantes Geschäft für Banken, da sich aufgrund der staatlichen Förderung ein beständiger Cashflow ergebe.

Der erforderliche Lernstoff werde in 30 Präsenztagen vermittelt. Teilnehmer sollten indes mit einem Arbeitsaufwand von etwa 900 Stunden rechnen. Die Kosten beziffert Gerhard auf etwa 10.000 Euro, wobei sich nach Gerhards Erfahrungen oftmals der Arbeitgeber an der Finanzierung beteilige. Die Erfolgsquote bei der Abschlussprüfung liegt mit derzeit etwa 90 Prozent recht hoch.

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Ship Financing

Auch Ship Finance wurde von der Frankfurt School 2006 in Zusammenarbeit mit der Branche entwickelt. Damals gab es in Deutschland einen wahren Boom bei der Schiffsfinanzierung, der sich indes seit der Weltwirtschaftskrise gelegt hat. Der finanzielle und Zeitaufwand sowie die Erfolgsquote ähneln dem Renewable Energy Finance-Programm.

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