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Deutsche Bank hat 2008 unterm Strich in Deutschland 163 Stellen geschaffen

Auf die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und die anschließenden Verwerfungen an den Finanzmärkten hat die Deutsche Bank im vierten Quartal 2008 mit einem moderaten Abbau von Arbeitsplätzen reagiert. Das geht aus den Finanzdaten für das Gesamtjahr hervor, die das Unternehmen am Donnerstag veröffentlicht hat.

Ende 2008 verzeichnete der Dax-Konzern weltweit 80.456 sogenannte Vollzeitstellen. Diese Zahl ist zwar im vierten Quartal im Vergleich zum dritten um 856 auf 80.456 gefallen. Verglichen mit Ende 2007 ist dieser Wert weltweit aber netto um 2.165 Stellen gestiegen. Wobei unklar ist, wie viele davon tatsächlich geschaffen, und wie viele lediglich im Zuge der Übernahme anderer Gesellschaften hinzugekommen sind.

Der deutsche Heimatmarkt hat von diesem Job-Aufschwung zwar nicht profitiert, drastische Stellenstreichungen hat es unterm Strich aber auch nicht gegeben. So verringerte sich die Zahl der Vollzeitstellen in Deutschland im Vergleich zum dritten Quartal 2008 um 127 auf 27.942. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das netto aber immer noch ein Plus von 163.

Bereits im Oktober hatte die Deutsche Bank jedoch mitgeteilt, im Zuge der “Konsolierung von “Middle- und Back Offices” 1.100 Stellen zu streichen.

Davon werden rund 800 Mitarbeiter in Deutschland die Hauptlast tragen, sagte Wolfgang Hermann, bei der Gewerkschaft Verdi zuständig für die Deutsche Bank zu eFinancialCareers.

Zugleich kündigte die Deutsche Bank indirekt an, im Asset Management (Investmentfonds für Privatkunden/Institutionelle Anleger) weitere Stellen zu streichen. So sollen Kosten im “Middle- und Back Office” gespart werden, namentlich beim Marketing/Immobilien, Technologie, Abläufe. Auch die Hedgefonds-Plattform soll reduziert werden.

Im Private Wealth Management (Vermögende Privatpersonen und Familien) will das Institut “antizyklisch” Personal einstellen und Akquisitionsmöglichkeiten nutzen.

Am stärksten bluten mussten die Investmentbanker. Ackermann sagte während der Bilanzpressekonferenz, der Bereich Global Markets habe seit Ausbruch der Finanzmarktkrise im Sommer 2007 “rund 30 Prozent der Mitarbeiter abgebaut.”

Aus den jetzt veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass die Zahl der Vollzeitstellen in den beiden Bereichen Global Markets und Global Banking seit dem dritten Quartal 2007 von 13.177 auf 10.471 Ende 2008 gesunken ist. Nach Informationen eines Insiders arbeitet deutlich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im Bereich Global Markets. Genaue Zahlen weist die Deutsche Bank nicht aus.

Da das Institut einen Großteil dieses Geschäfts in den beiden Handelszentren New York und London betreibt, hielten sich die Stellenstreichungen in Deutschland nach Angaben eines Deutsche-Bank-Mitarbeiters aber lediglich “im zweistelligen Rahmen.”

Zugleich hat das Unternehmen das ebenfalls im Bereich Investmentbanking angesiedelte Global Transaction Banking (GTB) ausgebaut. Dieses Geschäftsfeld soll sowohl “organisch” aber auch durch “Akquisitionschancen” gestärkt werden. Die Zahl der GTB-Vollzeitstellen kletterte bis Ende 2008 binnen Jahresfrist um 422 auf 4.318.

Das Geheimnis um die Bonus-Zahlungen hat die Deutsche Bank ebenfalls gelüftet. Im Vergleich zu 2007 ging der Posten “Compensation and Benefits” im Investmentbanking um 65 Prozent von 6,9 auf 3,9 Mrd. Euro zurück. In diesem Betrag enthalten sind 338 Mio. Euro für Abfindungen – mehr als dreimal soviel wie 2007.

Bekamen die 16.500 Investmentbanking-Mitarbeiter im vergangenen Jahr noch im Durchschnitt einen Bonus von 413.000, fiel dieser Wert im abgelaufenen Jahr auf 234.000 Euro. Dabei muss man berücksichtigen, dass Ackermann und andere Topmanager bereits im Vorfeld angekündigt hatten, auf einen Bonus zu verzichten.

Entwicklung der globalen Mitarbeiterzahlen

Gesamt

2008: 80.456

2007: 78.291

Investmentbanking (CIB)

2008: 15.033

2007: 16.510

Privat- und Firmenkunden, Vermögensverwaltung (PCAM)

2008: 32.310

2007: 31.196

Corporate Investments

2008: 22

2007: 29

Infrastruktur

2008: 33.090

2007: 30.556

Quelle: Deutsche Bank

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