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Stellenabbau bei Landesbank Baden-Württemberg größer als bislang bekannt

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) muss ihren Sparkurs offenbar drastisch verschärfen und mehr Stellen streichen, als bisher angekündigt.

Hatte LBBW-Verwaltungsratschef Peter Schneider bislang lediglich ein Sparvolumen von 210 Mio. Euro genannt, ist jetzt die Rede von bis zu 400 Mio. Euro. Anfang Oktober wird der LBBW-Vorstand seine Überlegungen den Gremien präsentieren und anschließend die Öffentlichkeit informieren.

Mit der neuen Einsparsumme gehen auch die Spekulationen über das Ausmaß des Stellenabbaus in eine neue Runde. Nach bisherigen Planungen wollte der Verwaltungsrat von den 210 Mio. Euro zwei Drittel über Sachkosten einsparen und ein Drittel davon beim Personal.

Im Juli war durchgesickert, dass der Verwaltungsrat 800 der insgesamt 13.600 Arbeitsplätze streichen wird, 550 davon in Deutschland.

Das Sparprogramm muss ausgeweitet werden, weil die EU-Kommission Zugeständnisse erwartet, wenn sie im Gegenzug die Milliardenhilfen für die LBBW billigen soll. Vermutet wird, dass im Zuge der Umstrukturierung die LBBW das Immobiliengeschäft abgeben wird. Welche Bereiche im Unternehmen dies genau treffen könnte, wollte ein LBBW-Sprecher nicht sagen.

Neben den rund 20-prozentigen Beteiligungen an der Berliner Quirin Bank und der Düsseldorfer HSBC Trinkaus steht auch das Immobilien- und Leasinggeschäft auf dem Prüfstand. Das Auslandsnetz wird ausgedünnt, wovon auch der Standort Luxemburg betroffen sein wird.

Befürchtungen, der Standort Mainz als der Sitz der vor vier Jahren übernommenen Landesbank Rheinland-Pfalz, könnte überproportional von einem Stellenabbau betroffen sein, hatte LBBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter auf einer Mitarbeiterversammlung widersprochen.

Für Unruhe in der Belegschaft sorgte nun aber ein Bericht des Börsenbriefs Platow, wonach bei der LBBW “über Verkäufe und Schließungen zusätzlich zu den bereits angekündigten 800 Jobs weitere rund 2.500 Stellen gestrichen werden sollen”. “Diese Meldung ist falsch”, schrieb Vetter jedoch umgehend in einer Mitteilung an die LBBW-Mittarbeiter.

Die Zahl der Beschäftigten wird im Konzern durch die Verkäufe und ein bereits bekanntes Programm zum Abbau von 800 Jobs um mindestens 2.000 Mitarbeiter sinken. Die Bilanzsumme der LBBW schrumpft in den kommenden Jahren auf Drängen der EU-Kommission voraussichtlich um bis zu 40 Prozent.

Unterdessen mehren sich in Mainz die Stimmen, dass die ursprünglichen LBBW-Pläne, den Standort zum “Immobilienkompetenzzentrum” auszubauen, zu hoch gegriffen waren. Derzeit kümmern sich in Mainz rund 150 Mitarbeiter um das Immobilienfinanzierungsgeschäft der LBBW. Insgesamt hat der Standort 940 Beschäftigte. Laut Staatsvertrag darf die Mitarbeiterzahl in Mainz nicht unter 855 sinken – zumindest nicht vor Mitte 2011.

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