Big 4 planen Einstellungsoffensive in Deutschland

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Es klingt wie eine Geschichte aus dem Schlaraffenland. Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG kündigte am Montag (5. Oktober) in London an, in den kommenden drei Jahren 8000 Mitarbeiter in Europa neu einstellen zu wollen. Nur einen Tag später hat der Mitbewerber Ernst & Young nachgezogen und seine Pläne zur Einstellung von 10.000 Mitarbeitern über die nächsten drei Jahre in der Region Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika präsentiert.

Die Gründe für diesen Stellensegen klingen bei beiden Unternehmen ganz ähnlich. So springe die Konjunktur wieder an und der Beratungsbedarf steige gerade im produzierenden Gewerbe aufgrund anstehender Restrukturierungen. Auch die wachsende Regulierung der Finanzmärkte und Banken wirkt sich wie ein Beschäftigungsprogramm bei den sogenannten Big 4 aus.

Allein PwC will 47 Prozent mehr Mitarbeiter rekrutieren

Auch in Deutschland blasen PwC, KPMG, Ernst & Young und Deloitte zur Einstellungsoffensive. So plant PwC im laufenden Geschäftsjahr (1. Juli 2010 bis 30. Juni) 1000 neue Mitarbeiter zu rekrutieren, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent entspricht.

Bei Ernst & Young sollen in 2010/11 ebenfalls 1000 bis 1200 neue Mitarbeiter gewonnen werden. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 7150 Mitarbeiter in Deutschland. Dabei konzentriert sich Ernst & Young auf Berufseinsteiger, die direkt von der Uni kommen, wie es in der Branche üblich ist.

"Wir suchen Menschen, die etwas bewegen wollen. Wir suchen Mitarbeiter, die komplexe Aufgaben als Herausforderung und die Vielfalt unserer Kunden als Chance sehen", heißt es von Ernst & Young.

Bei der KPMG klingt es ganz ähnlich: "Im Sinne einer verantwortungsbewussten und vorausschauenden Personalpolitik planen wir derzeit in Deutschland in den kommenden drei Geschäftsjahren jeweils rund 1000 neue Mitarbeiter einzustellen." Diese Planungen seien indes abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.

Schlechte Karten ohne sehr gute Noten

Unterdessen weist Deloitte daraufhin, im Geschäftsjahr 2009/10 350 Absolventen plus 100 Berufserfahrene eingestellt zu haben. "Die neuen Einstellungszahlen sind noch nicht öffentlich, werden aber sicherlich nicht darunter, sondern darüber liegen", ergänzt das Unternehmen. Ohne Praktikanten, Werksstudenten und Azubis zählt Deloitte derzeit 3730 Beschäftigte in Deutschland.

Dabei hat Deloitte sehr konkrete Vorstellungen an die Absolventen: "Wir rekrutieren zu großem Anteil Hochschulabsolventen, die ihr Studium mit sehr guten Noten zügig absolviert haben. Überdies legen wir Wert auf relevante Praktika im Prüfungs- und Beratungsbereich sowie Auslandserfahrung und sehr gute Englischkenntnisse."

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