Hedgefonds-Branche droht weltweit abrupte Schrumpfkur

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Viele Jahre galten Hedgefondsmanager als die neuen Könige der Finanzbranche. Die Zahl dieser unregulierten Anlagevehikel wuchs seit Beginn der 90er Jahre von einigen Hundert auf knapp 8.000 Ende 2007. Getrieben von dem Versprechen, das Risiko in einem breitgestreutetn Portfolio zu verringern, überschütteten viele Millionäre, aber vor institutionelle Anleger diese Risikofonds mit Geld.

Damit dürfte jetzt freilich Schluss sein. Die Pleite von einigen Hedgefonds hat die Finanzkrise verschärft, erstmals seit mehr als 20 Jahren ist die Zahl der Anbieter geschrumpft.

Die Zeitschrift Economist warnte vor kurzem vor einem Hedgefonds-Sterben wie zuletzt zwischen 1968 und 1970. Damals mussten zwei von drei Fonds schließen. Und wie damals toben sich auch heute die Bären seit mehr als einem Jahr an den Finanzmärkten aus.

Nun wächst der Druck auf die Hedgefonds von allen Seiten: Da sind zum einen die nicht erfüllten Gewinnversprechen. Jahrelang haben Hedgefondsmanager behauptet, diese "absolute return"-Instrumente würden gerade dann Gewinne verbuchen, wenn die Aktienmärkte kollabieren.

Jüngste Statistiken von Branchenindexanbietern wie Hedge Fund Research zeigen, dass sechs von neun Hedgefondsstrategien in den vergangenen zwölf Monaten Verluste machen mussten. Arbitrage-Hedgefonds, die mit Kursdifferenzen an verschiedenen Handelsplätzen Geld verdienen, schossen mit Kursverlusten von mehr als 40 Prozent den Vogel ab.

Auch von Seiten der Politik bläst der Branche ins Gesicht. Weltweit fordern immer mehr Regierungs- und Finanzressortchefs mehr Regulierung. Und ein Austrocknen von Steueroasen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück legte sich gerade sogar mit der Schweiz an, als er forderte, den Alpen-Staat auf die Schwarze-OECD-Liste der Steuerparadiese zu setzen.

Zwar werden die größten Hedgefonds vermutlich gestärkt aus dieser Existenzkrise hervorgehen, doch vor allem die Fondsmanager von "Underperformern" dürften schon bald auf der Straße stehen.

Der Hedgefonds-Arbeitsmarkt in Deutschland dürfte die aktuelle Entwicklung dennoch unbeschadet überstehen. Schließlich werden die meisten Fonds in Europa von London, Monaco oder der Schweiz gemanagt. In den hiesigen Finanzzentren findet man dagegen lediglich die Vertriebszentralen von international tätigen Hedgefonds.

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