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Fonds-Primus DWS streicht wegen schrumpfender Vermögen 50 Stellen

Die Deutsche Bank greift nach dem Verlustjahr 2008 bei ihrer Fondstochter DWS durch. Das Geldhaus tauscht vier Aufsichtsräte aus und streicht im deutschen Fondsgeschäft Dutzende Stellen.

Zwei der neuen Aufseher seien Risikoexperten, sagte ein Sprecher der größten deutschen Fondsgesellschaft am Mittwoch. Den Vorsitz übernimmt künftig der Deutsche-Bank-Risikovorstand Hugo Bänziger. Er löst Kevin Parker ab, der im erweiterten Vorstand operativ für die gesamte Vermögensverwaltung der Deutschen Bank zuständig bleibt. Diese Sparte – zu der die DWS wesentlich beiträgt – hat im vergangenen Jahr eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht.

2008 hatte die gesamte deutsche Fondsbranche Rekordabflüsse verzeichnet; die DWS wurde von davon besonders getroffen. Das verwaltete Vermögen sank um rund 20 Prozent auf gut 120 Mrd. Euro. Unter anderem hatte die Gesellschaft zu früh auf eine Erholung bei Renten gewettet.

Nun pocht die Konzernmutter bei der DWS und ihren Vermögensverwaltern DB Advisors und DB Platinum auf eine Umstrukturierung. Dadurch sollen bei der DWS in Deutschland 50 von 1020 Stellen wegfallen. “Betriebsbedingte Kündigungen wird es aber nicht geben”, sagte er. Bei der auf institutionelle Kunden spezialisierten DB Advisors werden hierzulande 25 Arbeitsplätze gestrichen.

Auch die Fondspalette der DWS steht auf dem Prüfstand. Die Deutsche Bank hat 2008 – vornehmlich bei der DWS – nach Daten der Reuters-Tochter Lipper bereits 25 in Deutschland zugelassene Fonds geschlossen und 18 weitere zusammengelegt. Seit Jahresbeginn kamen sechs Schließungen dazu. Derzeit sollen 76 Fonds der Deutsche-Bank-Töchter weniger als 100 Mio. Euro verwalten. Diese Marke gilt als Untergrenze für die Rentabilität eines Fonds.

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