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Hypo-Vereinsbank nach Stellenabbau wieder in Gewinnzone

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat dank der Börsenerholung im dritten Quartal 2009 und erheblich gesunkener Personalausgaben wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Der Überschuss habe bei 189 Mio. Euro gelegen, nach einem Verlust von 258 Mio. Euro im Jahr zuvor, teilte die Tochter der italienischen Großbank UniCredit am Mittwoch mit. Es ist das bisher beste Quartal für die HVB in diesem Jahr.

Der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef Theodor Weimer war offensichtlich selbst über die guten Zahlen erstaunt. “Zu Beginn des Jahres war diese deutliche Erholung unseres Ergebnisses angesichts des schwierigen Marktumfeldes noch nicht absehbar”, sagte der ehemalige Goldman-Sachs-Banker. Die Erträge hätten sich operativ sehr gut und überraschend stark entwickelt; alle Divisionen hätten ihre positiven Ergebnisbeiträge dazu geleistet.

Zugleich machten sich die eingeleiteten Sparmaßnahmen in der Bilanz merkbar. So sind die Personalausgaben von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr durch Stellenstreichungen in allen Bereichen um acht Prozent auf 1,4 Mrd. Euro gesunken.

Die Münchner reichen zwar weiterhin nicht an Branchenprimus Deutsche Bank heran, kommen aber wesentlich besser durch die Finanzkrise als die mit Milliardenhilfen von Staat gestützte Commerzbank.

Während die Deutsche Bank, ähnlich wie die HVB stark abhängig vom Investmentbanking und dem Geschäft mit Firmenkunden, im Zeitraum Juli bis September einen Nettogewinn von 1,4 Mrd. Euro erzielte, musste die Commerzbank wegen Abschreibungen auf die Immobilientochter Eurohypo und Sonderkosten für den Konzernumbau einen Verlust von 1,1Mrd. Euro verkraften.

Die HVB hat mittlerweile ihr Investmentbanking mit dem Firmenkundengeschäft fusioniert. Dieser neue Bereich steuerte mit 557 Mio. Euro (Vorjahr minus 257 Mio. Euro) den Großteil zum Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten bei. Mit Privatkunden wurden 23 Mio. Euro verdient, in der Vermögensberatung waren es 62 Mio.

Derweil hat die Konzernmutter Unicredit angekündigt, die Struktur auf dem italienischen Heimatmarkt zu verschlanken und die verschiedenen heimischen Tochtergesellschaften nach dem Vorbild anderer europäischer Großbanken mit starkem Auslandsgeschäft unter einem Dach zu vereinen.

Als Modell dienen die französischen Großbanken BNP Paribas und Societe Generale sowie die spanische Santander-Gruppe.

Die italienischen Gewerkschaften warnen vor schwerwiegenden Auswirkungen des Umstrukturierungsplans auf die Beschäftigung. Bis zu 7.000 Jobs seien gefährdet, warnte der Gewerkschaftsverbands CGIL. “Sollten diese Zahlen stimmen, würden wir auf keinen Fall verhandeln”, sagte CGIL-Sprecher Andrea Bonansea. UniCredit beschäftigt in Italien 60.000 Mitarbeiter, ein Drittel des gesamten Personals des Bank-Konzerns.

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