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Allianz streicht trotz Milliardengewinn im dritten Quartal weltweit 1.000 Stellen

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hat der Münchener Versicherungskonzern Allianz mit einem Quartalsgewinn überrascht, der mit 1,3 Mrd. Euro über den Erwartungen lag. “Die Allianz hat die Vorhersagen mehr als erfüllt”, sagte Unicredit-Analyst Andreas Weese.

Natürlich hat das gute Ergebnis nichts mit der Wiedervereinigung zu tun, sondern – im Gegenteil – mit der Scheidung von der ungeliebten Bankentochter Dresdner Bank. Schließlich hatte das inzwischen von der Commerzbank übernommene Institut der Allianz wegen der Schieflage bei der Investmentbanking-Tochter Dresdner Kleinwort Milliardenbelastungen eingebracht.

Trotzdem hatte die Allianz auch von Juli bis September mit Problemen zu kämpfen. In der Schaden- und Unfallversicherung ging das Ergebnis um 18 Prozent zurück. Die Rezession bereitete der Allianz vor allem in der Kreditversicherung Probleme – und regional in Deutschland, Frankreich und Italien.

Dafür vervierfachte sich der operative Gewinn in der Lebens- und Krankenversicherung und verdoppelte sich in der Sparte Financial Services, zu der unter anderem die Vermögensverwaltung und die restlichen Bank-Aktivitäten gehören. Hier wirkte sich aus, dass das verbesserte Marktumfeld weniger Abschreibungen erforderlich machte.

Christian Hamann, Analyst bei der Hamburger Sparkasse, nannte die Zahlen insgesamt “erfreulich”. “Das Ergebnis ist besser als erwartet ausgefallen und vor allem die Leben-Kranken-Sparte hat sich sehr gut entwickelt”, so Hamann.

Der neue Allianz-Finanzvorstand versprach, weiter auf die Kosten zu achten. “Angesichts des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds haben wir in der Schaden- und Unfallversicherung ein respektables Ergebnis erzielt. Das operative Ergebnis ist aber noch nicht zufriedenstellend”, sagte der neue Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte.

Dagegen zollte Bäte der Finanzdienstleistungstochter – vor allem der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors – Respekt. “Unser Financial Services Segment zeigte ein außergewöhnliches Quartal mit dem höchsten operativen Ergebnis seit dem vierten Quartal 2007. Das exzellente Aufwand-Ertrag-Verhältnis von 59 Prozent unterstreicht die hohe Produktivität unseres Asset-Management-Geschäfts. Zusammen mit den hohen Nettomittelzuflüssen gehört unser Asset Management damit zur Branchenspitze”, so Bäte.

Während das Asset Management – einschließlich der im Zuge des Dresdner-Bank-Verkaufs übernommenen Commerzbank-Tochter Cominvest – war der Haupttreiber für diese Entwicklung. Dagegen mussten im Bereich Banking Anlaufkosten für die Allianz Bank in Deutschland von 24 Mio. Euro berücksichtigt werden.

Die Zahl der Allianz-Mitarbeiter hat sich durch den Verkauf der Dresdner Bank erheblich verändert. Beschäftigte der Konzern Ende 2008 noch weltweit 182.865 Mitarbeiter, waren es Ende September nur noch 154.302. Da bei der Dresdner Bank damals 27.597 Menschen beschäftigt waren, muss der Konzern in den übrigen Gesellschaften weitere knapp 1.000 Stellen abgebaut haben – entweder durch Desinvestitionen oder natürliche Fluktuation.

Die Zahl der in Deutschland Beschäftigten fiel per Ende September auf 49.671 (71.267), im Ausland ging sie auf 104.631 (111.598) zurück.

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